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27 Jahre im Gefängnis und trotzdem gab Nelson Mandela seinen Traum von einem freien und gerechten Südafrika nicht auf. Wer er war und was er erreichte erfährst du im Beitrag und in unserem Video!

Inhaltsübersicht

Wer war Nelson Mandela?

Das Bild zeigt einen Steckbrief von Nelson Mandela mit den wichtigen Informationen und einem Bild.
Vollständiger Name: Nelson Rolihlahla Mandela / geboren: 18. Juli 1918 in Mvezo, Südafrika / gestorben: 5. Dezember 2013 in Johannesburg, Südafrika / Eherpartnerinnen: Evelyn Mase (1944 – 1958), Winnie Madikizela-Mandela (1958 – 1996), Graça Machel (1998 – 2013) / Kinder: Madiba Thembekile, Makaziwe, Makgatho Lewanika, Pumla Makaziwe, Zenani, Zindziswa / Beruf: Jurist, Politiker, Freiheitskämpfer / bekannt für: Kämpfer gegen die Apartheid, war 27 Jahre im Gefängnis, erster schwarzer Präsident Südafrikas.
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Steckbrief Nelson Mandela

Nelson Mandela (1918-2013) war ein südafrikanischer Jurist und Freiheitskämpfer. Er wurde 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt.

Sein Ziel war es, dass die Apartheid in Südafrika abgeschafft wird und somit alle Menschen die gleichen Rechte haben — egal, welche Hautfarbe sie haben. Er verbrachte 27 Jahre im Gefängnis, weil er sich gegen die Regierung auflehnte. Der damalige Präsident holte Mandela dann aus dem Gefängnis, um mit ihm zusammen weiter an der Gleichberechtigung zu arbeiten.

Durch Mandela wurde Südafrika letztendlich zu einer Demokratie. Dafür erhielt er 1993 den Friedensnobelpreis. Als Präsident setzte er sich weiter für Frieden und Versöhnung ein.

Bis heute ist Nelson Mandela für viele Menschen auf der ganzen Welt deshalb ein Symbol für Mut, Freiheit und den Kampf gegen Ungerechtigkeit.

Das Leben von Nelson Mandela

Nelson Mandelas Leben zeigt, wie die Gerechtigkeit und Freiheit siegen kann, wenn man sich von nichts aufhalten lässt. 

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Kindheit und Jugend

Mandela wurde am 18. Juli 1918 im Dorf Mvezo in Südafrika geboren. Sein Vater gab ihm den Namen Rolihlahla. Der Name bedeutet  „Am Ast eines Baumes ziehen“ — oder einfach gesagt auch „Unruhestifter“. Erst an seinem ersten Schultag bekam er den englischen Namen Nelson

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junger Nelson Mandela

Als er 12 Jahre alt war, starb sein Vater. Seine Mutter wollte ihm dann eine bessere Bildung und Zukunft ermöglichen. Deswegen ließ sie Mandela von einem Stammesoberhaupt der Thembu adoptieren. Er übernahm die Vormundschaft von Mandela und schickte ihn auf gute Schulen und Internate.

Mandela war ein sehr guter Schüler und ging deshalb anschließend auch an die Universität. Er studierte die Fächer Englisch, Anthropologie und Politik. Nach seinem Abschluss beschloss er mit 24 Jahren zusätzlich noch Jura zu studieren.

Einführung der Apartheid in Südafrika

Im Jahr 1944 trat Mandela dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC) bei. Diese 1912 gegründete Organisation setzte sich für die Gleichberechtigung und gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung ein.

Als im Jahr 1948 die Apartheid in Südafrika eingeführt wurde, hatte das schwere Folgen für schwarze Menschen. Die Bevölkerung wurde dann nämlich per Gesetz nach ihrer Hautfarbe getrennt. Schwarze Menschen durften zum Beispiel nicht überall wohnen. Sie mussten getrennte Schulen und andere Einrichtungen benutzen. Außerdem durften sie nicht mehr wählen gehen. Die weiße Minderheit in Südafrika wollte damit die „weiße Vorherrschaft“ sichern.

Das war wie ein Schlag ins Gesicht für die schwarze Bevölkerung in Südafrika. Ihr Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung sollte damit aber nicht enden. Der ANC rief dazu auf, diese Gesetze zu missachten. Nelson Mandela war mittlerweile im Vorstand des ANC und konnte so vieles bewirken. Er organisierte gemeinsam mit anderen Menschen Proteste gegen die Apartheid.

Doch der Staat Südafrika ging gegen die friedlichen Demonstrationen mit Gewalt vor. Schließlich wurde der ANC auch verboten und musste im Geheimen weitermachen. Ab 1961 unterstützte Mandela dann sogar den bewaffneten Widerstand des ANC

Lebenslange Haftstrafe für Mandela

Wegen seiner Tätigkeiten gegen die Regierung wurde Nelson Mandela 1962 verhaftet. Zunächst sollte er 5 Jahre ins Gefängnis gehen. Später musste er aber zusammen mit anderen ANC-Mitgliedern nochmal vor Gericht. Der Staat warf ihnen unter anderem Sabotage und Verschwörung vor. 1964 wurde Mandela dann zu lebenslanger Haft verurteilt. 

Er verbrachte 18 Jahre auf der Gefängnisinsel Robben Island, wo er zur Arbeit im Steinbruch gezwungen wurde. Doch auch im Gefängnis gab Mandela seine Überzeugungen nicht auf. Er blieb ein wichtiger Vertreter des Kampfes gegen die Apartheid. So wurde er international bekannt als Symbol des ungerechten Unterdrückungssystems.

Wegen des öffentlichen Drucks wurde er nach den 18 Jahren in ein besseres Gefängnis verlegt, wo er weitere 9 Jahre seiner Haft verbrachte. Dort hatte er ein eigenes Haus auf dem Gelände der Haftanstalt. Darin konnten ihn sogar Politiker besuchen.

Mandela wurde wegen des weiterhin bestehenden Drucks in der Bevölkerung sogar ab 1985 angeboten, frühzeitig aus dem Gefängnis zu kommen. Er sollte dafür im Gegenzug nicht mehr gewaltsam für die Gleichberechtigung protestieren. Doch er lehnte das Angebot ab, denn er wollte seine Forderungen nicht aufgeben.

Am 11. Februar 1990 wurde Nelson Mandela schließlich nach insgesamt 27 Jahren Gefängnis freigelassen. Er war damals 71 Jahre alt.

Der Weg zur Freiheit

Der damalige Präsident Frederik de Klerk forderte schließlich, dass Mandela freigelassen wird. Tage zuvor hatte er das Verbot des ANC aufgehoben. Mandela wurde wieder politisch aktiv und wurde sogar zum Präsidenten des ANC gewählt.

Gemeinsam mit Frederik de Klerk arbeitete er daran, die Apartheid zu beenden. Beide wollten verhindern, dass Südafrika in einen Bürgerkrieg gerät. Mandela setzte dabei auf Verhandlungen und Versöhnung. Er wollte nicht, dass sich Schwarze und Weiße gegenseitig bekämpfen. Stattdessen sollten alle Menschen gemeinsam ein neues Südafrika aufbauen.

1993 schafften Mandela und de Klerk es, eine Vereinbarung für die ersten freien Wahlen und eine neue Verfassung zu treffen. Wegen dieser Leistung wurden Nelson Mandela und de Klerk mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Der erste schwarze Präsident Südafrikas

1994 fanden in Südafrika die ersten Wahlen statt, bei denen alle Menschen unabhängig von ihrer Hautfarbe wählen durften.

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Nelson Mandela als Präsident

Nelson Mandela gewann die Wahl und wurde der erste schwarze Präsident Südafrikas. Er begann seine Amtszeit mit den Worten:

Wir werden eine Gesellschaft errichten, in der alle Südafrikaner, Schwarze und Weiße, aufrecht gehen können, ohne Angst in ihren Herzen, in der Gewissheit ihres unveräußerlichen Rechtes der Menschenwürde — eine Regenbogennation im Frieden mit sich selbst und mit der ganzen Welt.“

Als Präsident wollte Mandela die Menschen in Südafrika zusammenbringen. Er setzte sich für Gleichberechtigung und bessere Lebensbedingungen ein. Außerdem setzte sich Mandela für die Versöhnung zwischen Menschen ein, die sich während der Apartheid als Gegner gegenüberstanden. 

Mandela blieb nur eine Amtszeit Präsident. Nach fünf Jahren gab er 1999 sein Amt ab. Der mittlerweile 81 Jahre alte Mandela wollte für eine jüngere Generation Platz machen.

Mandelas größter Fehler

In den Jahren von Mandelas Amtszeit begannen sich HIV und Aids in Südafrika auszubreiten. Nelson Mandela selbst bezeichnete es später als einen seiner größten Fehler, dass er sich während seiner Präsidentschaft nicht genug damit beschäftigte. Zu dieser Zeit hatte Südafrika viele andere große Probleme. Deshalb erkannte Mandela zunächst nicht, wie groß die HIV- und Aids-Krise werden würde.

Nach seiner Präsidentschaft setzte er sich umso stärker gegen die Krankheit und gegen die Ausgrenzung von Menschen mit HIV und Aids ein. Er unterstützte den Aids/HIV-Aktivisten Zackie Achmat und machte öffentlich auf das Thema aufmerksam. 2005 gab Mandela bekannt, dass sein Sohn Makgatho an Aids gestorben war. Damit trug er wesentlich dazu bei, dass das Thema nicht mehr verschwiegen wurde.

Mandelas Kampf bis zum Ende

Nach seiner Amtszeit setzte sich Mandela weiterhin für Menschenrechte und gegen soziale Ungerechtigkeiten ein. Er arbeitete z. B. als  Anwalt für Menschenrechtsorganisationen und gründete die Nelson Mandela Foundation, die sich heute noch für eine gerechte Gesellschaft einsetzt.

Nelson Mandela starb am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren in Johannesburg an den Folgen einer Lungenentzündung.

Bis heute gilt er für viele Menschen auf der ganzen Welt als Vorbild.

Nelson Mandela — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was war die Apartheid in Südafrika?
    Die Apartheid in Südafrika war ein staatliches System der Rassentrennung, das Menschen je nach Hautfarbe ungleich behandelte. Schwarze hatten zum Beispiel kein Wahlrecht, mussten in getrennten Wohngebieten leben und durften nicht frei mit Weißen zusammenleben. Dadurch sicherte der Staat die Macht der weißen Minderheit.
  • Warum ist Nelson Mandela so berühmt?
    Nelson Mandela ist so berühmt, weil er in Südafrika jahrzehntelang gegen die Apartheid kämpfte und dafür 27 Jahre im Gefängnis saß. Nach seiner Freilassung half er, freie Wahlen möglich zu machen, und wurde der erste schwarze Präsident des Landes. Dafür erhielt er den Friedensnobelpreis (Auszeichnung für Frieden).
  • Warum war Nelson Mandela so lange im Gefängnis?
    Nelson Mandela war so lange im Gefängnis, weil ihn der Apartheid-Staat wegen Sabotage und Verschwörung verurteilte und eine lebenslange Haft (Gefängnis bis zum Tod) verhängte. Einen früheren Deal zur Entlassung lehnte Mandela ab, weil er dafür seinen Widerstand hätte aufgeben müssen. So verbrachte er insgesamt 27 Jahre in Haft.
  • Wie hat Nelson Mandela die Welt verändert?
    Nelson Mandela hat die Welt verändert, indem er entscheidend dazu beitrug, dass Südafrika die Apartheid beendete und zu einer Demokratie mit freien Wahlen wurde. Sein Umgang mit Gegnern setzte auf Verhandlungen statt Rache und senkte so die Gefahr eines Bürgerkriegs (Kampf im eigenen Land). Weltweit wurde er dadurch zum Vorbild für Gleichberechtigung.

Bürgerrechtsbewegungen verstehen

Nelson Mandela ist eine der bekanntesten Personen der neueren Geschichte und gehört zum Themenfeld der Bürgerrechtsbewegungen. Wer sich mit Bürgerrechtsbewegungen beschäftigt, schaut auf Menschen, Gruppen und Ereignisse im Kampf gegen Rassismus, Unterdrückung und Ungleichheit. So wird klar, warum Proteste, Widerstand und politische Veränderungen für mehr Freiheit und Demokratie wichtig sind. Weitere Videos dazu findest du in unserem Geschichtsbereich.

Lernen lohnt sich! Entdecke hier deine Chancen.