Sigmund Freud
Mit seiner Psychoanalyse machte Sigmund Freud es möglich, in die Tiefen der menschlichen Seele zu blicken. Das Wichtigste zu Dr. Freuds Leben und seinen Theorien erfährst du in diesem Beitrag und in unserem Video .
Inhaltsübersicht
Wer war Sigmund Freud?
Sigmund Schlomo Freud (1856-1939) war ein österreichischer Arzt und Psychologe. Er gilt als Begründer der Psychoanalyse und Traumdeutung.
Freud erkannte, dass im Inneren des Menschen etwas Unbewusstes existiert, das sein Handeln lenkt. Diesen unbewussten Bereich erforschte Freud, indem er spontane Äußerungen oder Träume seiner Patienten analysierte. Sigmund Freud nahm sie als verschlüsselte Hinweise auf das Unbewusste wahr.
In seinem berühmten Instanzenmodell erklärte Sigmund Freud, dass das Unbewusste der menschlichen Psyche in drei Bereiche aufgeteilt werden kann: das Es, das Ich und das Über-Ich. Sie stehen in einem ständigen Konflikt zueinander.
Sigmund Freud Biografie — Beruflicher Werdegang
Freud, bei der Geburt Sigismund Schlomo Freud getauft, kam am 6. Mai 1856 als Sohn jüdischer Eltern auf die Welt. Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte er in Freiberg in Mähren, was im heutigen Tschechien liegt. Doch weil eine Wirtschaftskrise den dortigen Betrieb des Vaters in den Ruin trieb, zog die Familie nach Wien um.
In der österreichischen Hauptstadt besuchte Sigmund das Gymnasium. Schon während seiner Studienzeit interessierte Freud vor allem die Funktionsweise des Menschen. So begann er anschließend ein Medizinstudium, welches er 1881 mit Bestnoten abschloss. Zusätzlich machte er seinen Doktor in Medizin.
Danach arbeitete Dr. Freud im Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Dort plante er aber nicht zu bleiben. Stattdessen wünschte sich Freud, sein Wissen mit anderen teilen zu können. Als er dann endlich eine Lehrberechtigung erhielt, wurde er ab 1885 Dozent für Neuropathologie an der Wiener Universität.
💡 Schon gewusst? Als Neuropathologie bezeichnest du den medizinischen Bereich, der sich mit der Diagnose und Erforschung neurologischer Krankheiten beschäftigt. Damit meinst du die Erkrankung des Nervensystems oder der Skelettmuskulatur.
1886 eröffnete Sigmund Freud seine eigene neurologische Praxis. Die nächsten Jahre kümmerte er sich außerdem um den Aufbau und Betrieb des ersten öffentlichen Kinder-Krankeninstituts in Wien.
Zur selben Zeit heiratete der Psychologe Martha Bernays, mit der er später sechs Kinder bekam.
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Sigmund Freud Theorie
Sigmund Freuds großes Ziel war es, das menschliche Gehirn besser zu verstehen. 1889 stellte Dr. Freud fest, dass etwas Unbewusstes in der menschlichen Seele existiert, das unser Handeln leitet.
Um dazu durchzudringen, entwickelte der Arzt eine neue Methode: die sogenannte „freie Assoziation“. Dabei sollte der Patient seinen Gedanken freien Lauf lassen und spontane Äußerungen teilen. Sigmund Freuds Theorie nach war das die einzige Möglichkeit, in den unbewussten Bereich der Seele einzutauchen.
Zuvor hatte er versucht, diesen Bereich mittels Hypnose zu erreichen. Im Fall Anna O. aber stieß Sigmund Freud auf neue Erkenntnisse, weshalb er sich immer mehr von der Hypnose abwandte. Der Fall legte den Grundstein für die Tiefenpsychologie und die spätere Entwicklung Freuds psychoanalytischer Theorie.
Sigmund Freud Psychoanalyse
Von der Idee der Psychoanalyse — einer Methode zur Untersuchung des Unbewussten — sprach Sigmund Freud zum ersten Mal im Jahr 1896.
In seinem Buch „Die Traumdeutung„ (1896) belegte er, dass das menschliche Verhalten durch unterbewusste sexuelle Fantasien angetrieben wird, die im Gegensatz zu gesellschaftlichen Normen stehen.
Es gibt also einen Konflikt zwischen Wünschen und Verboten. Dieser spiegelt sich im Unbewussten wider — weshalb beispielsweise Träume als verschlüsselte Hinweise wahrgenommen werden können.
Das Es, das Ich und das Über-Ich
Die Erkenntnisse seiner Traumforschung stellte Sigmund Freud im Instanzenmodell dar. Dabei teilte er die menschliche Psyche in drei Instanzen auf: das Es, das Ich und das Über-Ich.
Freud nahm an, dass das Es für die Triebe stehe, das Über-Ich dagegen für das Gewissen. Das Ich würde dabei zwischen Es und Über-Ich abwägen. Demnach findet ein ständiger Kampf zwischen den drei Instanzen statt, der das gesamte menschliche Handeln bestimme.
Sigmund Freud Biografie — Letzte Lebensjahre
Mit seiner Theorie gelang Sigmund Freud der wissenschaftliche Durchbruch. Daraufhin veröffentlichte er weitere Bücher über die Psychoanalyse. Außerdem erhielt Freud namhafte Ehrungen wie den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main.
Doch die neu aufgestiegenen Nationalsozialisten hießen die Arbeit des jüdischen Arztes nicht willkommen: Während der Bücherverbrennung von 1933 ließen sie viele seiner Werke in Flammen aufgehen. Daraufhin floh Freud nach London.
In den Jahren zuvor war er als starker Raucher an Gaumenkrebs erkrankt. Die Schmerzen waren für ihn unerträglich. Deshalb bat Freud seinen Arzt, ihm eine Überdosis Morphin zu verabreichen. Sigmund Freud verstarb daran am 23. September 1939 in London.
Sigmund Freud — häufigste Fragen
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Sigmund Freud — häufigste Fragen
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Wie erkenne ich bei Freud den Unterschied zwischen „unbewusst“ und „unterbewusst“?Bei Freud ist „unbewusst“ der Fachbegriff für Inhalte, die verdrängt sind und trotzdem wirken. „Unterbewusst“ ist eher Alltagssprache und in Freuds Theorie nicht sauber definiert. Wenn du präzise sein willst, schreibe „das Unbewusste“ statt „Unterbewusstsein“.
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Was passiert bei der freien Assoziation konkret in einer Sitzung?Bei der freien Assoziation sagt die Person alles, was ihr in den Kopf kommt, ohne zu filtern. Dadurch sollen unbewusste Konflikte indirekt sichtbar werden, weil sich Gedankenketten, Versprecher oder Themenhäufungen zeigen. Der Analytiker greift das auf und deutet mögliche Zusammenhänge, statt mit Ja-Nein-Fragen zu lenken.
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Welche Fehler machen viele beim Instanzenmodell mit Es Ich und Über-Ich?Ein häufiger Fehler ist, Es, Ich und Über-Ich als feste „Teile“ im Gehirn zu sehen. Bei Freud sind es eher Funktionen oder Kräfte, die gleichzeitig wirken und Konflikte erzeugen. Ebenfalls unüblich ist „Ich = gut“ und „Es = schlecht“; das Es steht für Bedürfnisse, nicht automatisch für etwas Böses.
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Wie unterscheide ich Freuds Traumdeutung von der Idee dass Träume einfach nur Zufall sind?Freud sah Träume als bedeutungsvoll, weil sie Wünsche und Konflikte verschlüsselt ausdrücken. Die Zufalls-Idee erklärt Träume eher als Nebenprodukt von Gehirnaktivität im Schlaf ohne versteckte Botschaft. Bei Freud ergibt die „komische“ Traumhandlung Sinn, wenn man sie als Symbol und Umweg um innere Verbote versteht.
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Was ist an Freuds Theorie heute noch wichtig obwohl vieles kritisiert wird?Bis heute wichtig ist die Grundidee, dass unbewusste Motive Verhalten beeinflussen können. Außerdem hat Freud das Gespräch als Therapieform geprägt und gezeigt, wie biografische Erfahrungen psychische Symptome mitformen können. Kritisiert werden vor allem mangelnde Messbarkeit, manche Sexualtheorien und zu weitgehende Deutungen einzelner Fälle.
Sigmund Freuds Instanzenmodell
Mit seinem Modell, das die menschliche Psyche in drei Instanzen unterteilt, feierte Sigmund Freud seinen großen Durchbruch in der Wissenschaft. Wenn du noch mehr darüber wissen möchtest, was es mit dem Es, Ich und Über-Ich auf sich hat, dann schau dir jetzt unseren Beitrag zum Instanzenmodell an!