Das deklarative Gedächtnis ist ein Teil des Langzeitgedächtnisses. Wie du es einteilen kannst und welche Aufgaben es übernimmt, erklären wir dir hier oder in unserem Video.
Inhaltsübersicht
Was ist das deklarative Gedächtnis?
Der Eiffelturm steht in Paris, 2 mal 4 ist acht und wo du im letzten Sommerurlaub warst, weißt du auch noch.
Für solches Wissen ist das deklarative Gedächtnis oder auch explizites Gedächtnis zuständig. Du nennst es auch Wissensgedächtnis, denn es speichert explizites Wissen, also Tatsachen und Ereignisse. Wir können sie wörtlich wiedergeben und beschreiben. Die wichtigste Struktur im Gehirn für das Speichern dieser Gedächtnisinhalte ist der Hippocampus.
Zusammen mit dem nicht-deklarativen (impliziten) Gedächtnis bildet das deklarative Gedächtnis das Langzeitgedächtnis .
Deklarativ bedeutet so viel wie erklärend. Das Wort Deklaration stammt vom Lateinischen „declaratio„, also Kundmachung oder Offenbarung, ab.
Deklaratives Gedächtnis Einteilung
Das deklarative Gedächtnis lässt sich wiederum in zwei weitere Gedächtnistypen unterteilen:
- Semantisches Gedächtnis : Fakten- und Allgemeinwissen unabhängig von uns selbst; z.B. Himmel ist blau, Hauptstadt von Frankreich ist Paris.
- Episodisches Gedächtnis : biografisches Wissen und Ereignisse aus dem eigenen Leben; z.B. letzter Besuch bei der Oma, Hochzeit der Tante.
Deklaratives und prozedurales Wissen (Fertigkeiten, Handlungsabläufe) festigt sich vor allem im Schlaf. Für das deklarative Wissen sind hier gerade die Tiefschlafphasen entscheidend. Dagegen werden Fertigkeiten aus dem prozeduralen Gedächtnis während REM-Schlafphasen (=“Rapid Eye Movement“) verarbeitet. Die Bezeichnung REM kommt daher, dass in dieser Phase schnelle Augenbewegungen stattfinden. Es ist außerdem die Phase, in der wir träumen.
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Deklaratives Gedächtnis Studien
Es gibt viele Studien und Untersuchungen, die versuchen, das menschliche Gedächtnis noch besser zu verstehen.
Anhand von Patienten, bei denen bestimmte Hirnstrukturen verletzt waren, konnte festgestellt werden, wie wichtig der Hippocampus (Teil des Temporallappens) für das deklarative Lernen ist. Daher leiden die Patienten oft an einer anterograden Amnesie. Das bedeutet, dass sie keine neuen Erinnerungen mehr speichern können. Fähigkeiten, wie beispielsweise Klavier spielen, blieben jedoch unbeeinträchtigt.
Eine aktuelle Studie konnte nun außerdem zeigen, dass eine gute Bildung von Kindern über ihre Gedächtnisfähigkeiten im Alter entscheidet. Generell nimmt die Fähigkeit des expliziten Gedächtnisses im Alter ab. Eine bessere Bildung wirkt dem Gedächtnisverlust jedoch entgegen, sodass wir im Alter noch eine bessere Merkfähigkeit haben.
Deklaratives Gedächtnis — häufigste Fragen
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Deklaratives Gedächtnis — häufigste Fragen
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Was ist deklaratives Wissen?Deklaratives Wissen ist bewusst abrufbares Wissen über Tatsachen und Ereignisse, das in Worten wiedergegeben und beschrieben werden kann. Dazu gehören zum Beispiel Fakten wie die Hauptstadt eines Landes oder persönliche Erlebnisse wie ein bestimmter Ausflug, an den man sich erinnert.
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Was ist das prozedurale Gedächtnis?Das prozedurale Gedächtnis speichert erlernte Fertigkeiten und Handlungsabläufe, die nach viel Übung weitgehend automatisch ausgeführt werden. Man muss sie dabei nicht bewusst als Fakten „aufsagen”. Zum Beispiel gehören Fahrradfahren, Klavierspielen oder das Tippen auf der Tastatur dazu.
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Was ist das implizite Gedächtnis?Das implizite Gedächtnis ist ein Teil des Langzeitgedächtnisses, dessen Inhalte nicht bewusst als Erinnerung abgerufen werden, die aber trotzdem Verhalten steuern. Dazu zählen vor allem gelernte Fertigkeiten und Gewohnheiten. Zum Beispiel kann eine bekannte Bewegung ausgeführt werden, ohne jeden Schritt bewusst zu erinnern.
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Welche Rolle spielt Tiefschlaf bei der Festigung von deklarativem Wissens im Langzeitgedächtnis?Tiefschlaf unterstützt die Festigung von deklarativem Wissen, weil das Gehirn in dieser Phase neu gelernte Fakten und Ereignisse besonders gut stabilisiert und langfristig abspeichert. Dabei werden die Erinnerungen so verarbeitet, dass sie später leichter bewusst abgerufen werden können. Prozedurale Fertigkeiten werden dagegen eher im REM-Schlaf gefestigt.