Mit 18 Jahren wirst du volljährig. Das klingt erstmal nach Freiheit. Und ja, du darfst jetzt vieles, was vorher nicht möglich war. Aber Volljährigkeit bedeutet auch: Du bist selbst verantwortlich. Für Verträge, Behördengänge, Versicherungen und vieles mehr. Damit du nicht plötzlich überrascht wirst, zeigen wir dir die 10 wichtigsten Dinge, um die du dich mit 18 selbst kümmern musst. Ab wann man jugendlich ist und welche Rechte Jugendliche haben, erfährst du im Video!
Inhaltsübersicht
Was sich mit 18 wirklich verändert
Bis du 17 bist, regeln deine Eltern fast alles für dich. Mit dem 18. Geburtstag ändert sich das schlagartig. Du bist jetzt rechtlich gesehen ein Erwachsener. Das bedeutet: Du kannst Verträge abschließen, du bist selbst steuerpflichtig und du musst dich um viele Dinge eigenständig kümmern.
Das klingt nach viel. Ist es auch. Aber keine Sorge: Mit der richtigen Vorbereitung ist das alles machbar. Die folgende Liste zeigt dir, was jetzt auf dich zukommt und was du konkret tun solltest.
1: Krankenversicherung selbst organisieren
Bis zum 18. Geburtstag bist du in der Regel über deine Eltern mitversichert. Das nennt sich Familienversicherung. Mit 18 läuft diese Mitversicherung nicht automatisch weiter. Du musst dich selbst darum kümmern.
Wenn du noch zur Schule gehst oder studierst, kannst du oft noch eine Weile über die Eltern versichert bleiben. Das hängt aber von deiner Situation ab. Melde dich am besten direkt bei der Krankenkasse deiner Eltern und frage nach, wie lange du noch mitversichert bist. So vermeidest du eine Lücke im Versicherungsschutz.
Wenn du eine Ausbildung beginnst oder arbeitest, wirst du automatisch Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse. Dein Arbeitgeber hilft dir dabei. Bist du unsicher, welche Kasse die richtige ist? Vergleiche die Leistungen und frag nach.
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2: Steuererklärung – wann sie Pflicht wird
Eine Steuererklärung klingt kompliziert. Aber du musst sie nicht in jedem Fall machen. Ob du eine Steuererklärung abgeben musst, hängt davon ab, ob und wie viel du verdienst.
Wenn du einen Minijob hast oder wenig verdienst, bist du oft nicht verpflichtet. Wenn du aber mehrere Jobs gleichzeitig hattest oder mehr als den Grundfreibetrag verdient hast, kann eine Pflicht entstehen. Informiere dich beim Finanzamt oder nutze eine kostenlose Beratungsstelle.
Manchmal lohnt sich die Steuererklärung sogar freiwillig. Zum Beispiel, wenn du Fahrtkosten oder Arbeitsmittel hattest. Dann bekommst du Geld zurück.
3: Eigenes Konto und Finanzen verwalten
Viele Jugendliche haben schon früher ein Konto. Aber mit 18 ändert sich, wie du es nutzen kannst. Du brauchst keine Zustimmung deiner Eltern mehr für Überweisungen, Daueraufträge oder größere Ausgaben.
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um dir einen Überblick über deine Finanzen zu verschaffen. Was kommt rein? Was geht raus? Wie viel kannst du sparen? Ein einfaches Haushaltsbuch oder eine App hilft dir dabei.
Außerdem solltest du wissen: Mit 18 kannst du auch Kredite aufnehmen. Das klingt verlockend, kann aber schnell zur Schuldenfalle werden. Sei vorsichtig und geh nur Verpflichtungen ein, die du wirklich tragen kannst.
Tipp: Hier haben wir eine ganze Playlist mit vielen Finanztipps für dich!
4: Verträge selbst unterschreiben
Mit 18 kannst du Verträge selbst abschließen. Handy, Streaming, Fitnessstudio, Wohnung: Alles läuft jetzt über dich. Das ist praktisch, bedeutet aber auch: Du haftest selbst dafür.
Lies Verträge immer durch, bevor du unterschreibst. Achte auf Laufzeiten, Kündigungsfristen und Kosten. Viele Abos verlängern sich automatisch, wenn du nicht rechtzeitig kündigst.
Wenn du dir unsicher bist, frag jemanden mit Erfahrung. Verbraucherzentralen bieten kostenlose Beratung an. Im Zweifel lieber einmal zu viel nachfragen, als einen teuren Fehler zu machen.
5: Wohnsitz ummelden nicht vergessen
Wenn du aus dem Elternhaus ausziehst, musst du deinen Wohnsitz ummelden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Du hast dafür in der Regel zwei Wochen Zeit nach dem Einzug.
Die Ummeldung machst du beim Einwohnermeldeamt deiner neuen Stadt oder Gemeinde. Bring deinen Personalausweis und eine Wohnungsgeberbestätigung mit. Die bekommst du von deinem Vermieter.
Vergisst du die Ummeldung, kann das ein Bußgeld kosten. Also lieber direkt nach dem Einzug darum kümmern.
6: Rundfunkbeitrag – wer zahlt was?
Der Rundfunkbeitrag ist die Gebühr für ARD, ZDF und Co. Sobald du eine eigene Wohnung hast, bist du verpflichtet, ihn zu zahlen. Pro Wohnung wird er einmal fällig. Teilst du dir eine Wohnung mit anderen, reicht es, wenn eine Person zahlt.
Wohnst du noch bei deinen Eltern, zahlen deine Eltern bereits. Du musst dann nichts extra zahlen. Ziehst du in eine eigene Wohnung, meldest du dich beim Beitragsservice an.
Wenn du wenig Geld hast, zum Beispiel weil du BAföG bekommst oder Sozialleistungen beziehst, kannst du eine Befreiung beantragen. Das spart dir jeden Monat Geld.
7: Behördengänge selbst erledigen
Personalausweis verlängern, Ummeldung, Führungszeugnis beantragen: Mit 18 erledigst du das alles selbst. Deine Eltern dürfen das nicht mehr für dich übernehmen, zumindest nicht ohne eine Vollmacht.
Die meisten Behördengänge laufen heute auch online. Viele Ämter haben digitale Portale, über die du Anträge stellen kannst. Schau vorher auf der Website der jeweiligen Behörde nach, was du mitbringen musst.
Plane genug Zeit ein. Behörden haben oft feste Öffnungszeiten und manchmal lange Wartezeiten. Ein Termin im Voraus spart dir Stress.
8: Wahlrecht – eine neue Pflicht und ein Recht
Mit 18 darfst du wählen. Das ist ein wichtiges Recht in einer Demokratie. Bei Bundestagswahlen, Landtagswahlen und Europawahlen hast du jetzt eine Stimme.
Damit du wählen kannst, musst du im Wählerverzeichnis eingetragen sein. Das passiert automatisch, wenn du gemeldet bist. Kurz vor der Wahl bekommst du eine Wahlbenachrichtigung per Post.
Informiere dich über die Parteien und ihre Programme. Deine Stimme hat echten Einfluss darauf, wie das Land regiert wird. Nutze dieses Recht.
9: Führerschein und Fahrzeugzulassung
Den Führerschein kannst du in Deutschland ab 17 Jahren mit Begleitperson machen. Mit 18 darfst du dann alleine fahren. Hast du deinen Führerschein noch nicht, kannst du jetzt mit der Ausbildung beginnen.
Wenn du ein Auto kaufst, musst du es auf dich zulassen. Das machst du bei der Zulassungsstelle. Du brauchst dafür unter anderem deinen Personalausweis, den Fahrzeugbrief und eine gültige Kfz-Versicherung.
Ohne Versicherung darfst du kein Auto anmelden. Vergleiche die Angebote verschiedener Versicherer. Für junge Fahrer sind die Beiträge oft höher. Das lässt sich aber durch bestimmte Tarife oder durch das Fahren mit einem Begleiter verbessern.
Wie viel ein Führerschein genau kostet, erklären wir dir in unserem extra Video dazu!
10: Testament und Vorsorgevollmacht
Das klingt nach einem Thema für alte Menschen. Ist es aber nicht. Mit 18 kannst du ein Testament schreiben. Und du solltest zumindest wissen, was eine Vorsorgevollmacht ist.
Eine Vorsorgevollmacht legt fest, wer für dich entscheiden darf, wenn du es selbst nicht kannst. Zum Beispiel nach einem Unfall. Ohne diese Vollmacht dürfen deine Eltern das nicht automatisch für dich übernehmen. Das überrascht viele.
Du musst das nicht sofort regeln. Aber es ist gut, davon zu wissen. Wenn du mehr Verantwortung übernimmst und zum Beispiel alleine wohnst, lohnt es sich, das anzugehen.
Erwachsen werden – Schritt für Schritt
Volljährig werden bedeutet nicht, dass du alles auf einmal schaffen musst. Du wächst da rein. Und du musst das nicht alleine herausfinden. Alltagswissen für Schüler hilft dir dabei, auch außerhalb des Unterrichts gut informiert zu sein.
Fang mit den Dingen an, die sofort relevant sind. Krankenversicherung und Konto sind oft die ersten Schritte. Den Rest kannst du nach und nach angehen. Wichtig ist, dass du weißt, was auf dich zukommt. Dann bist du vorbereitet.
Erwachsen werden ist ein Prozess. Kein perfekter Start nötig. Nur der erste Schritt. Und wenn du mal nicht weiterweißt, gibt es immer Hilfe. Ob bei Beratungsstellen, im Internet oder bei Studyflix, wo wir viele Themen rund um Schule, Alltag und Zukunft einfach erklären.
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