Kommasetzung
Die Kommasetzung entscheidet darüber, ob ein Satz klar verständlich ist oder plötzlich etwas ganz anderes aussagt. Wie du Kommas sicher setzt und typische Fehler vermeidest, erfährst du hier und im Video!
Inhaltsübersicht
Die 5 Kommaregeln im Überblick
Kommas strukturieren Sätze. Mit ihnen zeigst du, welche Wörter und Satzteile zusammengehören. Gerade in längeren Sätzen entscheiden Kommas oft darüber, ob dein Satz logisch klingt oder verwirrt.
Damit dir die richtige Kommasetzung gelingt, siehst du hier die wichtigsten Regeln im Überblick:
- An Satzgrenzen: Wenn zwei Sätze aufeinandertreffen brauchst du ein Komma, egal ob Haupt- und Nebensatz oder zwei Hauptsätze.
- Bei Aufzählungen: Nennst du mehrere gleichrangige Wörter oder Satzteile, setzt du ein Komma. Bei „und“ oder „oder“ entfällt es meist.
- Bei Infinitivgruppen: Steht ein „zu + Verb“ mit weiteren Wörtern im Satz, ist ein Komma möglich oder sogar Pflicht.
- Bei Partizipgruppen: Kommas trennen Partizipgruppen ab, wenn sie eingeschoben, angekündigt oder nachgestellt sind.
- Bei Zusätzen: Einschübe und nachgestellte Erklärungen schneidest du mit Kommas vom Rest des Satzes ab.
Im nächsten Abschnitt gehen wir genauer auf die einzelnen Regeln ein.
1. Komma bei Satzgrenzen
Du setzt ein Komma immer dort, wo zwei verschiedene Sätze oder Satzteile aufeinandertreffen. Es gibt zwei typische Fälle:
- Hauptsatz trifft auf Nebensatz
- Zwei Hauptsätze stehen nebeneinander
1. Hauptsatz und Nebensatz: Du trennst Haupt- und Nebensatz immer mit einem Komma, egal in welcher Reihenfolge sie stehen. Der Nebensatz kann sogar in den Hauptsatz eingeschoben sein.
➡️ Beispiel
– Ich bleibe zu Hause, weil es draußen regnet.
– Obwohl ich müde war, habe ich die Hausaufgaben gemacht.
– Meine Schwester, die gerade Abi macht, lernt jeden Tag bis spät in die Nacht.
Ein Nebensatz hat immer ein eigenes Verb und wird oft durch Wörter wie „weil“, „aber“, „sondern“, „jedoch“, „wenn“, „obwohl“, „dass“ oder „damit“ eingeleitet. Diese Wörter heißen Konjunktionen. Auch Relativpronomen wie „der“, „die“ oder „das“ können einen Nebensatz beginnen. Siehst du also so eine Konjunktion oder ein Relativpronomen in einem Satz, muss davor ein Komma!
Übrigens: Manchmal ist die Kommasetzung bei bestimmten Konjunktionen etwas komplizierter. Welche Sonderfälle es gibt, zeigen wir dir hier in unseren Videos.
2. Zwei Hauptsätze: Auch zwei Hauptsätze trennst du mit einem Komma — aber nur, wenn jeder Satz ein eigenes Subjekt-Verb-Paar hat.
➡️ Beispiel
– Mia liest ein Buch, aber Tim schaut einen Film.
→ Paar 1: Mia liest, Paar 2: Tim schaut
– Wir wollten ins Kino, doch die Vorstellung war ausverkauft.
→ Paar 1: Wir wollten, Paar 2: die Vorstellung war ausverkauft
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
2. Kommasetzung bei Aufzählungen
Wenn du mehrere Wörter oder Satzteile aufzählst, trennst du sie mit Kommas. Die Regel ist einfach: Zwischen den Teilen einer Aufzählung steht ein Komma, wenn kein „und“ oder „oder“ dazwischensteht.
➡️ Beispiel
– Lisa packt Hefte, Bücher, Stifte und einen Taschenrechner ein.
– Wir fahren mit dem Zug, mit dem Bus oder mit dem Taxi.
Wenn du nur zwei Sachen mit „und“ oder „oder“ aufzählst, entfällt das Komma. Zum Beispiel: Ich mag Birnen und Trauben.
Achtung beim Aufzählen von Adjektiven!
Wenn in einer Aufzählung mehrere Adjektive aufeinandertreffen, wird’s etwas komplizierter. Du musst entscheiden, ob die Adjektive gleichrangig sind oder nicht:
- Gleichrangig bedeutet: Die Adjektive beschreiben die Sache unabhängig voneinander. Du kannst sie beliebig tauschen und zwischen sie ein „und“ setzen.
- Nicht gleichrangig bedeutet: Die Adjektive bauen aufeinander auf und das zweite beschreibt das erste näher. In dem Fall kommt kein Komma.
➡️ Beispiel
– Es war ein heller, freundlicher Morgen.
→ „heller und freundlicher Morgen“ passt → Komma.
– Sie trug einen langen schwarzen Mantel.
→ „Schwarz“ gehört direkt zum Mantel, „lang“ beschreibt ihn zusätzlich — die Adjektive bauen also aufeinander auf und sind nicht gleichrangig. → kein Komma.
3. Kommasetzung bei Infinitivgruppen
Eine Infinitivgruppe besteht aus der Grundform eines Verbs (also dem Infinitiv) und dem Wörtchen „zu“.
In manchen Fällen steht die Infinitivgruppe am Ende des Satzes und ist kurz. Hier ist kein Komma nötig. Du darfst aber eins setzen.
➡️ Beispiel
– Ich habe vergessen [,] zu gehen.
– Er versucht [,] nicht zu lachen.
Ein Komma ist hingegen Pflicht, wenn einer dieser vier Fälle zutrifft:
-
Ein Substantiv kündigt die Infinitivgruppe an
- Sie fasste den Entschluss, nach dem Abi ins Ausland zu gehen.
→ „Entschluss“ kündigt an, was als Nächstes kommt — die Infinitivgruppe ist davon abhängig.
- Sie fasste den Entschluss, nach dem Abi ins Ausland zu gehen.
-
Ein hinweisendes Wort bezieht sich auf die Infinitivgruppe
-
Zu bestehen, das war ihr größtes Ziel.
→ Das Wort „das“ nimmt Bezug auf die Infinitivgruppe „zu bestehen“ — deshalb ist das Komma hier Pflicht.
-
Zu bestehen, das war ihr größtes Ziel.
-
Die Infinitivgruppe wird mit bestimmten Konjunktionen eingeleitet — z.B. um, ohne, anstatt, statt, außer
- Sie lernt jeden Tag, um die Note zu verbessern.
- Er ging nach Hause, ohne sich zu verabschieden.
-
Sie chillte, anstatt für die Matheklausur zu lernen.
-
Die Infinitivgruppe ist eingeschoben und bezieht sich auf ein zuvor genanntes Substantiv
-
Die Hoffnung, bald wieder fit zu sein, ließ ihn nicht los.
→ „bald wieder fit zu sein“ ist die zuvor genannte Hoffnung -
Ihr Vorschlag, das Referat zu zweit vorzubereiten, war eine gute Idee.
→ „das Referat zu zweit vorzubereiten“ bezieht sich auf „ihr Vorschlag“
-
Die Hoffnung, bald wieder fit zu sein, ließ ihn nicht los.
4. Kommasetzung bei Partizipgruppen
Partizipgruppen enthalten ein Partizip (z.B. schreibend, gelacht) und beschreiben eine Person oder Handlung genauer. Ob du ein Komma setzt, hängt davon ab, wie die Gruppe im Satz steht.
Ohne Komma geht es, wenn die Partizipgruppe frei am Satzanfang oder -ende steht:
- Lächelnd betrat sie den Raum.
- Er ging fluchend aus der Tür.
Pflicht ist das Komma, wenn die Partizipgruppe:
-
angekündigt oder aufgenommen wird:
→ Verwirrt, wie so oft in Mathe, starrte er auf die Aufgabe. -
als Nachtrag am Satzende steht:
→ Sie verließ den Klassenraum, völlig entnervt. -
sich direkt auf ein Nomen oder Pronomen bezieht:
→ Der Lehrer, mit Unterlagen beladen, betrat das Klassenzimmer.
5. Kommas bei Zusätzen, Einschüben und nachgestellten Erklärungen
Zusätzliche Informationen, die für den Satz nicht zwingend notwendig sind, werden mit Kommas abgetrennt. Solche Zusätze nennst du auch Einschübe oder nachgestellte Erklärungen. Sie stehen entweder in der Mitte (Zusatz, Einschub) oder am Ende des Satzes (nachgestellte Erklärung).
➡️ Beispiel
– Mein Bruder, ein absoluter Musikfan, geht auf jedes Konzert.
→ „ein absoluter Musikfan“ ist ein Zusatz, deshalb steht davor und danach ein Komma.
– Sie liebt Mathe, vor allem Geometrie.
→ „vor allem Geometrie“ erklärt das vorher Gesagte genauer und ist deshalb eine nachgestellte Erklärung — ein Komma davor reicht.
– Ich nehme, ehrlich gesagt, lieber den Bus.
→ „ehrlich gesagt“ ist ein Einschub, also stehen Kommas davor und danach.
Tipp: Du erkennst Zusätze daran, dass du sie problemlos weglassen kannst, ohne dass der Satz unverständlich wird.
Kommasetzung Übungen
Wenn du die Regeln jetzt anwenden willst, helfen dir gezielte Kommasetzung Übungen, um Sicherheit zu gewinnen. Die Übungen dazu findest du hier.