Modalverben
Modalverben verändern die Aussage eines Satzes. Hier und im Video zeigen wir dir, wie du Modalverben im Deutschen verwendest.
Inhaltsübersicht
Was sind Modalverben?
Modalverben sind besondere Hilfsverben im Deutschen. Die sechs wichtigsten Modalverben sind: dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen.
Modalverben bestimmen die Bedeutung eines Satzes. Sie zeigen nicht nur, was jemand tut, sondern warum er es tut — zum Beispiel, weil jemand etwas tun muss oder weil er es möchte.
➡️ Beispiel
– Ich darf heute ins Kino gehen.
– Ich kann heute ins Kino gehen.
– Du musst deine Hausaufgaben machen.
– Du sollst deine Hausaufgaben machen.
Modalverben stehen fast immer mit einem zweiten Verb — dem sogenannten Vollverb. Das Modalverb kommt an die zweite Stelle im Satz und wird an die Person angepasst. Das Vollverb bleibt in der Grundform (Infinitiv) und steht ganz am Ende.
Bedeutungen der einzelnen Modalverben
Damit du genau weißt, wann du welches Modalverb brauchst, schauen wir uns die sechs wichtigsten jetzt einzeln an.
1. müssen
Das Modalverb „müssen“ verwendest du, wenn etwas notwendig oder verpflichtend ist. Manchmal zeigt das Verb „müssen“ auch eine logische Schlussfolgerung.
➡️ Beispiel
– Ich muss morgen früh aufstehen. (Notwendigkeit)
– Es ist dunkel — es muss schon spät sein. (logische Schlussfolgerung)
– Du musst heute nicht kochen, ich habe schon etwas vorbereitet.
→ Die Verneinung von müssen drückt aus, dass etwas nicht notwendig ist.
2. sollen
Das Modalverb „sollen“ benutzt du, wenn jemand etwas erwartet oder dir einen Ratschlag gibt. Es geht dabei nicht um eine eigene Entscheidung, sondern um eine äußere Aufforderung oder Pflicht.
➡️ Beispiel
– Du sollst mehr Wasser trinken.
– Er soll seine Arbeit erledigen.
3. wollen
Das Modalverb „wollen“ zeigt, dass jemand etwas aus eigener Absicht tun möchte.
➡️ Beispiel
– Ich will morgen ins Fitnessstudio gehen.
– Er will nach Hause fahren.
Achtung: Das Verb „wollen“ wirkt manchmal unhöflich oder zu direkt, besonders bei Bitten. → „Ich will ein Eis!“ klingt zum Beispiel fordernd.
4. können
„Können“ benutzt du, wenn etwas möglich ist oder wenn jemand fähig ist, etwas zu tun.
➡️ Beispiel
– Lisa kann gut tanzen. (Fähigkeit)
– Ich kann am Wochenende kommen, wenn du Zeit hast. (Möglichkeit)
5. mögen
Mit dem Modalverb „mögen“ kannst du ausdrücken, dass dir etwas gefällt oder du etwas gern hast. In Fragen kann „mögen“ auch eine höfliche Bitte sein:
➡️ Beispiel
– Ich mag italienisches Essen. (Vorliebe)
– Magst du mir bitte das Salz reichen? (höfliche Bitte)
6. dürfen
Das Verb „dürfen“ benutzt du, wenn etwas erlaubt oder nicht erlaubt ist. Mit „dürfen“ fragst du auch nach Erlaubnis:
➡️ Beispiel
– Anna darf heute bei ihrer Freundin übernachten. (Erlaubnis)
– Darf ich kurz das Fenster öffnen? (Frage nach Erlaubnis)
In kurzen, alltäglichen Sätzen werden Modalverben auch ohne Vollverb verwendet. Das ist vor allem der Fall, wenn das Vollverb als selbstverständlich gilt.
Beispiele:
- Magst du noch ein Stück? (essen)
- Musst du schon los? (gehen)
- Ich kann das. (machen)
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Konjugation der Modalverben im Präsens
Modalverben verändern ihre Form je nach Person. Diese Veränderung nennt sich Konjugation. Im Präsens (Gegenwart) brauchst du sie, wenn du über das Jetzt oder die nahe Zukunft sprichst.
Hier findest du die Konjugation für die Modalverben im Präsens:
| Person | müssen | können | dürfen | sollen | wollen | mögen |
| ich | muss | kann | darf | soll | will | mag |
| du | musst | kannst | darfst | sollst | willst | magst |
| er/sie/es | muss | kann | darf | soll | will | mag |
| wir | müssen | können | dürfen | sollen | wollen | mögen |
| ihr | müsst | könnt | dürft | sollt | wollt | mögt |
| sie/Sie | müssen | können | dürfen | sollen | wollen | mögen |
Bildung der Modalverben in verschiedenen Zeiten
Modalverben brauchst du nicht nur im Präsens — du verwendest sie auch in anderen Zeitformen:
- Beim Präteritum steht das Modalverb in der Vergangenheitsform und das Vollverb bleibt im Infinitiv.
→ Ich konnte früher besser schwimmen. - Wenn du über ein abgeschlossenes Ereignis oder Geschehen aus der Vergangenheit sprechen möchtest, verwendest du das Perfekt.
→ Wir haben nicht länger bleiben dürfen. (haben + Infinitiv Vollverb + Infinitiv Modalverb) - Wenn kein Vollverb im Satz steht, verwendest du das Partizip II
des Modalverbs.
→ Das habe ich nicht gewollt. -
Konjunktiv II
nutzt du für Wünsche, höfliche Vorschläge oder irreale Situationen.
→ Ich könnte dir helfen, wenn ich Zeit hätte.
Übungen zu den Modalverben
Teste jetzt, ob du die Modalverben schon sicher anwenden kannst. Setze in die Lücken das passende Modalverb aus der Klammer ein — achte auf die richtige Form!
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Lara will nicht so spät nach Hause kommen. (wollen/müssen/sollen)
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Kannst du mir bei den Hausaufgaben helfen? (Können/Dürfen/Wollen)
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Wir dürfen im Unterricht keine Handys benutzen. (dürfen/sollen/wollen)
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Ihr müsst leise sein, der Unterricht hat begonnen. (müssen/mögen/können)
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Max mag Pizza sehr gern. (mögen/sollen/dürfen)
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Ich musste gestern lange arbeiten. (müssen/wollen/können)
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Wir konnten schon als Kinder Fahrrad fahren. (können/müssen/sollen)
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Sie muss heute nicht ins Büro gehen. (sollen/mögen/müssen)
Starke und schwache Verben
Modalverben sind nur ein Teil der deutschen Grammatik. Wie sich starke und schwache Verben unterscheiden und was das für ihre Bildung bedeutet, erfährst du hier!