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Du suchst nach einer Zusammenfassung und Analyse zur Szene „Nacht“ aus dem Drama „Faust“? In diesem Beitrag und Video erfährst du, wie du diese Szene sprachlich analysieren und interpretieren kannst!

Quiz zum Thema Nacht - Faust
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Inhaltsübersicht

Nacht Faust – Übersicht

Die Szene „Nacht“ ist ein Teil des Theaterstücks „Faust. Der Tragödie erster Teil“ und wurde von Johann Wolfgang von Goethe geschrieben. Hier kannst du dir die Szene durchlesen. Für eine komplette Szenenzusammenfassung von Faust kannst du in diesem Beitrag vorbeischauen.

In ihr erscheint der Protagonist Faust zum ersten Mal. Der Leser findet heraus, dass Faust zwar zu einer Minderheit von besonders hochgelehrten Doktoren gehört, aber trotzdem unzufrieden mit seinem Leben ist. Er strebt nach mehr Sinn in seinem Leben, als ihm sein Alltag bieten kann.

Wichtige Charaktere innerhalb der Szene sind Faust, der Erdgeist und Fausts Schüler Wagner.

Faust Nacht – Zusammenfassung

Faust befindet sich nachts in seinem Studierzimmer. Dort denkt er über sein bisheriges Leben nach. Er ist ein Gelehrter und hat schon viele Bildungstitel erworben, doch trotzdem ist er unzufrieden. Faust hat das Gefühl, dass er trotz all seiner Bildung noch zu unwissend ist. Er hat Fragen über höhere Existenzen und den Sinn des Lebens, die er sich immer noch nicht beantworten kann. Daher fühlt er sich so, als wäre er als Gelehrter gescheitert.

Um trotzdem zu einer Lösung zu gelangen, zieht Faust das Buch des Nostradamus hervor. Damit erhofft er sich, Antworten bezüglich des Universums und der Schöpfung zu finden. Dabei verwendet er Magie, um sich geistlich in das Universum hineinzuversetzen. Dies gelingt ihm, aber er ist zu überwältigt von dem, was er fühlt und erlebt. Er kann es nicht begreifen oder in Worte fassen und muss schließlich aufgeben.

Als letzte Idee ruft Faust den Erdgeist herbei. Er ist die Verkörperung des Lebens selbst. Faust konfrontiert ihn und stellt sich ihm gleich. Dadurch wird er vom Geist zurückgewiesen und dieser verschwindet wieder.

Faust muss jetzt einsehen, dass er schon drei Mal bei seinem Ziel versagt hat. Sein Schüler Wagner kommt ins Zimmer, da er die verzweifelten Rufe von Faust hörte und besorgt war. Beide kommen ins Gespräch darüber, was Allwissenheit bedeutet. Wagner sieht sein Lebensziel darin, so viel wie möglich von dem zu lernen, was schon bekannt ist. Faust findet das allerdings zu oberflächlich. Er möchte höher hinaus, und Dinge in Erfahrung bringen, die noch niemand weiß.

Da Faust so unzufrieden mit sich selbst und seinem Leben ist, beschließt er, sich umzubringen. Er besorgt sich ein Gift und ist kurz davor, es einzunehmen. Doch dann ertönen Glocken und ein Chor singt. Die Schönheit des Moments veranlasst Faust dazu, den Selbstmordversuch abzubrechen.

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Faust Nacht – Szenenanalyse

Die Szene „Nacht“ in Faust kannst du auf mehrere Arten analysieren. Du kannst dir zum Beispiel die Figuren, die in diesem Kapitel auftauchen, näher anschauen. Außerdem solltest du die Sprache beachten und Besonderheiten dazu aufschreiben. Abschließend ist es sinnvoll, die gesamte Szene und ihre Bedeutung für das Drama zu interpretieren. Eine ausführliche Faust Nacht Analyse zeigen wir dir jetzt.

Figuren – Faust Nacht

Die drei handelnden Figuren in dieser Szene sind Faust, der Erdgeist und Wagner. Faust nimmt dabei den Großteil des Kapitels ein. Er ist schon zu Beginn besonders unruhig und diese Unruhe wird in seiner Umgebung widergespiegelt. Sein Studierzimmer wird in den Regieanweisungen als „hochgewölbtes, enges gotisches Zimmer“ bezeichnet. Dies steht einerseits für Fausts inneren Drang, nach etwas Großem zu streben. Aber gleichzeitig zeigt es auch, dass er dabei von der Enge und Beschränktheit des Menschseins zurückgehalten wird. Diese Beschreibung seiner Umgebung ist also ein Symbol , das für Faust selbst steht.

Faust ist ein Gelehrter, und dazu noch einer mit besonders vielen Bildungsabschlüssen. Er hat Medizin, Theologie, Philosophie und Jura studiert. Das zeichnet ihn also als besonders intelligent aus. Dennoch ist es auch diese Intelligenz, die ihm Schwierigkeiten bereitet. Durch sie hinterfragt er nämlich weitaus mehr, als er durch Bücher lernen kann. In seiner Verzweiflung wendet er sich an Magie und den Erdgeist. Er wird aber von beiden zurückgewiesen, da er versucht, sich mit ihnen auf eine Stufe zu stellen, obwohl er nur ein Mensch ist.

Wagner stellt einen Gegensatz zu Faust dar, denn er steht für den typischen Menschen, der seine Existenz nicht hinterfragt. Ihm reicht das Wissen aus Büchern, um sich sein Weltbild zu erschaffen. In seinem Gespräch mit Faust wird deshalb klar, dass Faust einerseits mit sich selbst und seinem Leben unzufrieden ist. Andererseits sticht auch hervor, dass diese Unzufriedenheit nicht von Anderen geteilt wird.

Sprache – Faust Nacht

Die Szene öffnet mit einem Monolog von Faust, der eines der bekanntesten Zitate des Stücks enthält: „Da steh‘ ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor;“ (V. 358 ff.).

Dieses Zitat stellt Fausts Kernproblem dar. Er hat alles studiert, was ihm möglich war, und trotzdem scheint er daraus nicht schlauer geworden zu sein. Das Wissen, das Menschen gesammelt haben, reicht ihm nicht aus, um seine Fragen über die Welt zu beantworten. Mit der Anapher „Heiße Magister, heiße Doktor“ (V. 360) betont Faust nochmal die Bildungstitel, die er besitzt, und wie wertlos sie im Endeffekt für sein Streben sind.

Mit Ausrufen wie „Weh!“ (V.  398) oder „Ach,“ (V. 392) macht er deutlich, dass ihn eine innere Unzufriedenheit plagt, die er kaum unterdrücken kann. Du kannst also auch von „Verzweiflung“ sprechen, wenn du Faust in dieser Szene beschreibst.

In „Faust“ werden häufig Vergleiche zur Natur gezogen, um Lebendigkeit zu symbolisieren. Daher fällt in dieser Szene vor allem auf, dass Faust Naturvergleiche verwendet, die Negatives darstellen. Er benutzt zum Beispiel die Begriffe „Rauch und Moder“ (V. 414 ff.), um seine Umgebung zu beschreiben. Außerdem verwendet er die Alliteration „Tiergeripp‘ und Totenbein“ (V. 417), um nochmal den Kontrast zur ansonsten lebendigen und positiven Natur zu setzen.

Als Nächstes zeigen wir dir, was du in einer Faust „Nacht“ Interpretation schreiben kannst.

Interpretation – Faust Nacht

In ihrem Kern stellt die Szene „Nacht“ in Faust eine Existenzkrise dar. Für den weiteren Verlauf des Dramas ist sie sehr wichtig, denn sie erklärt viele der Entscheidungen, die Faust trifft. Beispielsweise ist sie die Erklärung für den Pakt, den Faust später mit Mephisto eingeht. Ein gebildeter Mann würde unter normalen Umständen wohl niemals seine Seele an den Teufel verwetten. Doch Fausts Verzweiflung ist so groß, dass er Mephistos Angebot als seine einzige Chance zu einer Lösung sieht.

Dabei wird das menschliche Streben als Auslöser dieser Unzufriedenheit dargestellt. Dieser Konflikt hat etwas Nihilistisches an sich. Das heißt also, dass das Menschsein hier eine gewisse Sinnlosigkeit und Negativität in sich trägt. Denn das Streben wird einerseits als eine Eigenschaft dargestellt, die typisch für den Menschen ist und ihn charakterisiert. Aber andererseits wird es als die Ursache von Verzweiflung abgebildet, der man nicht entkommen kann. Es scheint deshalb, als ob für die Existenz als Mensch eine innere Unzufriedenheit vorprogrammiert und unumgehbar sei.

Nacht – Faust — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was passiert in der Szene „Nacht“ in Faust?
    In der Szene sitzt Faust nachts in seinem Studierzimmer und verzweifelt an seinem Wissen. Er versucht über das Buch des Nostradamus und Magie Antworten über Universum und Schöpfung zu finden, scheitert aber. Danach beschwört er den Erdgeist, wird zurückgewiesen und bricht schließlich einen Selbstmordversuch wegen Glocken und Chor ab.
  • Wie zeigt sich Fausts Existenzkrise in der Szene „Nacht“?
    Fausts Existenzkrise zeigt sich daran, dass ihn seine vielen Studien und Titel nicht zufrieden machen. Er fühlt sich trotz Bildung unwissend und als Gelehrter gescheitert, weil er den Sinn des Lebens nicht erklären kann. Deshalb greift er zu Magie und ruft den Erdgeist, um „höher“ zu gelangen.
  • Was sagt mir das Studierzimmer über Faust in der Szene „Nacht“?
    Das Studierzimmer steht als Symbol für Faust selbst. Es wird als „hochgewölbtes, enges gotisches Zimmer“ beschrieben, was seinen Drang nach Größe zeigt. Gleichzeitig macht die Enge deutlich, dass Faust durch die Grenzen des Menschseins beschränkt bleibt. So spiegelt der Raum seine innere Unruhe und sein Scheitern.
  • Wie hilft mir Wagner dabei, Faust in „Nacht“ besser zu verstehen?
    Wagner hilft dir, Faust durch den Gegensatz klarer zu sehen. Wagner steht für den Menschen, dem Wissen aus Büchern reicht und der seine Existenz nicht grundsätzlich hinterfragt. Faust wirkt daneben besonders unzufrieden und radikal in seinem Streben nach völlig neuem Wissen. Das Gespräch zeigt, dass Fausts Krise nicht „normal“ ist.
  • Warum ist die Szene „Nacht“ wichtig für den weiteren Verlauf von Faust?
    Die Szene ist wichtig, weil sie Fausts Verzweiflung als Ausgangspunkt seiner späteren Entscheidungen erklärt. Seine Existenzkrise und das Scheitern mit Magie und Erdgeist zeigen, wie aussichtslos er seine Lage empfindet. Dadurch wird nachvollziehbar, warum er später den Pakt mit Mephisto als einzige Chance sieht.
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Prolog im Himmel Analyse

Super, jetzt kennst du die Zusammenfassung zu Fausts „Nacht“ und weißt, wie du die Szene richtig analysieren kannst. Sie folgt direkt auf den Prolog der Geschichte. Wenn du den „Prolog im Himmel“ ebenfalls analysieren musst, wirf einfach einen Blick in diesen Beitrag !

Zum Video: Prolog im Himmel - Analyse
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