In diesem Beitrag erfährst du, was Politik ist, wer sie macht und wie du sie selbst mitgestalten kannst.
Inhaltsübersicht
Was ist Politik?
Stell dir vor, du planst mit Freunden einen Ausflug. Ihr seid euch aber nicht einig darüber, wo es hingehen soll. Einige wollen in den Park, Anderen aber lieber ins Schwimmbad. Zusammen redet ihr darüber und entscheidet euch dann für eine Lösung, die für möglichst viele passt.
Genau das ist Politik: Menschen reden und diskutieren miteinander, treffen gemeinsam Entscheidungen und stellen Regeln auf, die für alle gelten. Dadurch funktioniert das Zusammenleben besser.
Im Rathaus entscheiden Menschen zum Beispiel, ob die Stadt neue Schulen bauen oder mehr Busse kaufen soll. Im Bundestag diskutieren Politiker hingegen über Themen, die ganz Deutschland betreffen. Zum Beispiel, welche Gesetze gelten oder wie hoch die Steuern sind.
Ein politische Entscheidung muss drei Kriterien erfüllen:
- Sie regelt das Zusammenleben in einer Gesellschaft und betrifft das öffentliche Leben — also keine privaten Angelegenheiten.
- Sie muss nach den rechtsmäßigen Regeln des Landes getroffen werden — z. B. indem die Mehrheit der Politiker dafür stimmt.
- Sie gilt für alle Menschen — auch, wenn sie damit unzufrieden sind.
Wie entscheidet die Politik in Deutschland
Deutschland ist eine parlamentarische Demokratie. Deswegen steckt hinter jeder politischen Entscheidung ein kompliziertes politisches System:
🗳️ Am Anfang wählen die Bürger ihre Vertreter. Das sind die Personen, die später bei einer Entscheidung direkt abstimmen können.
🎯 Diese Vertreter gehören meistens einer Partei an. Das ist eine Gruppe von Menschen, die ähnliche Ideen und Ziele haben. Eine Partei möchte zum Beispiel besonders viel für den Umweltschutz tun. Eine andere kümmert sich vor allem um günstige Preise für Familien.
💬 Der Bundestag ist das Parlament Deutschlands. Hier bringen die gewählten Vertreter (Abgeordnete) ihre Vorschläge ein. Alle diskutieren und hören sich gegenseitig zu. Danach wird abgestimmt. Der Vorschlag, der die meisten Stimmen bekommt, wird angenommen. Das nennst du Mehrheitsentscheidung.
🛠️ Die Regierung sorgt schließlich dafür, dass die Entscheidung auch wirklich umgesetzt und eingehalten wird. An ihrer Spitze steht der Bundeskanzler. Dazu kommen die Minister. Jeder Minister ist für einen bestimmten Bereich zuständig, zum Beispiel für Bildung, Gesundheit oder Umwelt.
Jedes Land hat seine eigene Staatsform und sein eigenes politisches System. Deswegen werden politische Entscheidungen auf unterschiedliche Weisen getroffen.
- In der Schweiz werden bei wichtigen Entscheidungen Volksabstimmung abgehalten. Dort wählen die Bürger selbst und keine Vertreter (direkte Demokratie).
- In Liechtenstein kann das Parlament nur dann neue Gesetze auf den Weg bringen, wenn der Fürst zustimmt. Hier vermischt sich also Demokratie und Monarchie.
- Nordkorea hingegen ist eine Diktatur. Das Volk kann gar nicht mitbestimmen, denn jede politische Entscheidung wird allein vom Herrscher getroffen.
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Wer macht Politik in der Stadt?
Politik kann aber auch auf kleinerer Ebene stattfinden — zum Beispiel in der Stadt. Hier werden politische Entscheidungen im Rathaus getroffen. Dort findest du den Bürgermeister und den Stadtrat.
Der Bürgermeister leitet die Stadtverwaltung. Er oder sie sorgt also dafür, dass die Stadt im Alltag gut funktioniert. Außerdem vertritt der Bürgermeister die Stadt nach außen, zum Beispiel bei offiziellen Treffen mit anderen Städten.
Doch der Bürgermeister entscheidet nicht alleine. Dafür gibt es den Stadtrat — das Parlament der Stadt. Die Stadträte entscheiden zum Beispiel gemeinsam über neue Spielplätze, Buslinien und Fahrpläne oder den Bau neuer Schulen.
Übrigens: Politik in der Stadt oder in den Gemeinden nennst du auch Kommunalpolitik. Daneben wird Politik aber noch auf vielen weiteren Ebenen gemacht — zum Beispiel in den Bundesländern, der europäische Union und sogar international.
Wie kannst du politisch mitmachen?
In Deutschland darfst du deine politischen Vertreter erst mit 16 oder 18 Jahren wählen. Doch Mitmachen beginnt viel früher als bei einer Wahl — denn Politik begegnet dir jeden Tag!
Eine Möglichkeit selbst Politik zu machen, ist die Schule. Dort kannst du deine Meinung mit einbringen. Zum Beispiel, wenn euch eine Regel stört oder ihr euch etwas für die Klasse wünscht — dann sprecht darüber. Außerdem wählt ihr in der Schule einen Klassensprecher und einen Schulsprecher. Diese Personen vertreten dann eure Interessen gegenüber den Lehrern und dem Direktor. Auch das ist Politik!
Selbst im Alltag kannst du etwas bewegen. Wenn dir zum Beispiel eine Straßenkreuzung gefährlich vorkommt, kannst du gemeinsam mit deinen Eltern einen Brief an die Stadt schreiben. Darin erklärt ihr höflich, was euch stört und was dagegen helfen würde.
Politik ist also nichts, das nur weit weg in einem großen Gebäude passiert. Sie beginnt dort, wo du lebst, lernst und mit anderen zusammen bist.
Politik verstehen
Politik gehört zum Zusammenleben von Menschen und ist ein wichtiges Thema in der Geschichte. Wer sich mit Politik beschäftigt, lernt Regeln, Wahlen und wichtige Entscheidungen in Stadt und Staat kennen. So wird klar, wie Menschen gemeinsam über Dinge entscheiden, die für viele gelten. Im Geschichtsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.