Die DNA enthält den Bauplan für deinen Körper — aber wie genau funktioniert das? In diesem Beitrag und im Video erklären wir dir, wie die DNA aufgebaut ist und welche Aufgaben sie übernimmt.
Inhaltsübersicht
DNA einfach erklärt
Die DNA ist der Bauplan, der in deinem Körper steckt. Sie befindet sich im Zellkern von fast jeder deiner Zellen und enthält alle Informationen, die dein Körper braucht, um richtig zu funktionieren. Dort ist beispielsweise festgelegt, wie du aussiehst, wie deine Organe funktionieren oder wie du dich entwickelst.
Außerdem sorgt die DNA dafür, dass dein Körper wichtige Stoffe herstellen kann, die für alle Abläufe notwendig sind wie zum Beispiel Proteine.
Das Wort DNA ist eine Abkürzung für den englischen Begriff deoxyribonucleic acid. Auf Deutsch heißt das Desoxyribonukleinsäure — manchmal liest du auch die Abkürzung DNS.
Die DNA hat dabei eine ganz besondere, eingedrehte Form — die sogenannte Doppelhelix.
Übrigens: Auch andere Lebewesen haben DNA. Bei Bakterien liegt sie nicht im Zellkern, weil sie gar keinen besitzen. Stattdessen schwimmt die DNA frei im Inneren der Zelle, meist als geschlossener Ring.
Wie ist die DNA aufgebaut?
Die DNA besteht wie eine verdrehte Strickleiter aus zwei langen Strängen und vielen kleinen Sprossen dazwischen.
Diese Form macht sie gleichzeitig stabil und flexibel, sodass die Informationen sicher gespeichert bleiben und bei Bedarf abgelesen oder kopiert werden können.
Die Stränge sind zwei lange Ketten, die aus vielen kleinen Bausteinen bestehen — den Nukleotiden. Jedes Nukleotid setzt sich aus drei Teilen zusammen: einem Zucker (Desoxyribose), einer Phosphatgruppe und einer Base. In der Mitte der Strickleiter verbinden sich die Basen der Nukleotide wie Sprossen.
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Bestandteile der Nukleotiden
Nukleotide sind die Grundbausteine der DNA. Jeder der Bestandteile hat besondere Eigenschaften und übernimmt verschiedene Aufgaben.
Zucker (Desoxyribose):
➡️ Der Zucker ist das Verbindungsstück im Nukleotid. An ihm hängen die Phosphatgruppe und eine Base.
Phosphatgruppe:
➡️ Eine Phosphatgruppe steht immer zwischen zwei Zuckermolekülen und verbindet sie miteinander, wodurch eine stabile Kette entsteht. Das bildet die Außenseite der DNA, also die Seiten der typischen Strickleiter-Struktur.
Base:
➡️ Die Base ist der Informationsträger in der DNA. Es gibt vier verschiedene: Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C). Jede Base kann sich nur mit einer bestimmten Partner-Base verbinden — A immer mit T, G immer mit C. Diese sogenannten komplementären Basenpaare sitzen in der Mitte der DNA und halten die beiden Stränge zusammen.
Die Reihenfolge der Basen in der DNA ist bei jedem Menschen einzigartig. Sie funktioniert wie ein Code: Genau wie Buchstaben in einem Satz bestimmen, was der Text sagt, legt die Reihenfolge der Basen fest, welche Informationen gespeichert sind. So ist in der DNA festgelegt, wie dein Körper aufgebaut ist, welche Aufgaben er erfüllen kann und wie er auf äußere Einflüsse reagiert.
Welche Funktion hat die DNA?
Die DNA speichert alle Informationen, die dein Körper braucht, um seine Aufgaben zu erfüllen. Sie sorgt zum Beispiel dafür, dass Wunden heilen, du Nahrung verdauen oder dich gegen Viren wehren kannst.
Diese Aufgaben übernimmt die DNA aber nicht direkt. Stattdessen liefert sie den Bauplan für die Herstellung von Proteinen — das sind wichtige Stoffe, die in deinem Körper alles steuern. Sie sorgen dafür, dass dein Herz schlägt und neue Zellen aufgebaut werden.
DNA spielt auch außerhalb deines Körpers eine wichtige Rolle:
– In der Medizin hilft sie, Erbkrankheiten zu erkennen.
– In der Kriminaltechnik dient sie dazu, Täter über Spuren zu identifizieren.
– Bei Vaterschaftstests oder in der Ahnenforschung wird sie genutzt, um Verwandtschaften nachzuweisen.
Außerdem wird jedes Mal, wenn sich eine Zelle teilt, die DNA abgelesen und kopiert. So werden alle wichtigen Informationen, die dein Körper braucht, an neue Zellen weitergegeben.
DNA einfach erklärt — häufigste Fragen
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DNA einfach erklärt — häufigste Fragen
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Bezeichnen die Abkürzungen DNS und DNA dieselbe Substanz, nämlich Desoxyribonukleinsäure?DNA und DNS bezeichnen dieselbe Substanz: die Desoxyribonukleinsäure. DNA ist die englische Abkürzung für deoxyribonucleic acid. DNS ist die deutsche Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure. In vielen Schulbüchern werden beide Abkürzungen verwendet.
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Warum heißt Desoxyribonukleinsäure DNS?Desoxyribonukleinsäure heißt DNS, weil die Buchstaben aus dem deutschen Namen gebildet werden: DesoxyriboNukleinSäure. Im Englischen nutzt man dagegen die Abkürzung DNA für deoxyribonucleic acid. Deshalb findest du je nach Sprache unterschiedliche Abkürzungen für dasselbe Molekül.
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Welche Funktion hat die Doppelhelix der Desoxyribonukleinsäure?Die Doppelhelix der Desoxyribonukleinsäure sorgt dafür, dass die Erbinformation gleichzeitig gut geschützt und trotzdem nutzbar bleibt. Die verdrehte Form macht das Molekül stabil, und die zwei zusammenpassenden Stränge halten sich über die Basenpaare in der Mitte zusammen. So kann die Desoxyribonukleinsäure auch abgelesen und kopiert werden.
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Warum gibt es bei der Desoxyribonukleinsäure ein 3′-Ende und ein 5′-Ende?Bei der Desoxyribonukleinsäure gibt es ein 3′-Ende und ein 5′-Ende, weil ein Desoxyribonukleinsäure-Strang eine feste Richtung hat. Die Zahlen 3′ und 5′ beziehen sich auf bestimmte Stellen am Zucker (Desoxyribose) in den Bausteinen. Dadurch sind die beiden Enden chemisch unterschiedlich, und das ist wichtig, wenn die Desoxyribonukleinsäure aufgebaut oder kopiert wird.
DNA Replikation einfach erklärt
Damit deine Zellen richtig funktionieren, muss die DNA bei der Zellteilung ganz genau kopiert und weitergegeben werden. Wie das bei der Zellteilung gelingt, erfährst du im Artikel zur DNA Replikation.