Deine Werkstoffprüfungsklausur wird die Härte? Kein Problem, wir helfen dir die Härteprüfung nach Vickers zu verstehen, zeigen dir wie man die Vickershärte berechnet und worauf du bei der Durchführung achten musst.
Inhaltsübersicht
Die Vickers Härte
Das Prüfverfahren nach Vickers wurde 1925 in der Vickers Ltd. von Robert L. Smith und George E. Sandland entwickelt. Das Verfahren ist in der Technik aufgrund seiner Vielseitigkeit und seiner hohen Genauigkeit weit verbreitet.
Wie genau kannst du dir das nun vorstellen?
Wir haben einen Prüfkörper der senkrecht mit einer Kraft F auf die Oberfläche unserer Probe gedrückt wird. Der Eindringkörper hat dabei die Form einer geraden Pyramide mit einer quadratischen Grundfläche. Der Winkel zu den gegenüberliegenden Seiten beträgt 136°. Der Winkel wurde dabei absichtlich so gewählt, damit die Härtewerte in etwa mit den Härtewerten nach Brinell vergleichbar sind.
Während des Prüfvorgangs steigt die Kraft auf die Oberfläche langsam an und wird nach dem Erreichen der gewünschten Prüfkraft für 10 bis 15 Sekunden aufrechterhalten.
Formel der Vickershärte
Nun können wir die Vickers Härte, abgekürzt HV, berechnen. Es gilt:

Der Faktor 0,102 stammt dabei von der früher benutzen Einheit Kilopond.
Die Fläche A entspricht der Fläche des Eindrucks, der auf der Probe hinterlassen wird. Für die Berechnung wird die Eindrucksdiagonale d verwendet.
Diese berechnet sich aus den beiden zueinander rechtwinkligen Diagonalen
und
. Die Formel dazu lautet:

Zusammengesetzt ergibt sich für die Vickershärte:

Der Sinus beschreibt dabei die Strecke in x-Richtung, auf die die Kraft F wirkt. Wir rechnen dazu mit dem Winkel der Spitze der Pyramide und teilen das Dreieck auf.
Wir ziehen die Vorfaktoren zusammen und erhalten:

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Anwendung der Vickers Härteprüfung
Die Vickers Härteprüfung eignet sich im Gegensatz zu anderen Prüfverfahren für alle Härtebereiche. Man kann damit sogar dünne Bleche oder ähnliches prüfen. Als Prüfkörper nimmt man einen vierseitigen Diamanten.
Beim Durchführen der Härteprüfung solltest du noch auf einige Sachen achten, damit die Ergebnisse auch valide sind:
- Die Probendicke s bei Blechen sollte dem 1,5-fachen Wert der hinterlassenen Eindrucksdiagonalen entsprechen, um Materialauswölbungen zu verhindern.

- Der Abstand a vom Eindrucksmittelpunkt zum Rand sollte mindestens dem 2,5 fache der Eindrucksdiagonale entsprechen.

- Beim Messen mehrerer Proben sollten diese um das Dreifache der Diagonallänge des Eindrucks auseinanderliegen.

Nun weißt du, was die Härteprüfung nach Vickers ist, wie du diese berechnen kannst und worauf du beim Prüfen achten musst.
Härteprüfung nach Vickers — häufigste Fragen
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Härteprüfung nach Vickers — häufigste Fragen
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Wie funktioniert die Vickers-Härteprüfung?Die Vickers-Härteprüfung funktioniert, indem man einen vierseitigen Diamant-Eindringkörper mit einer definierten Kraft senkrecht in die Probenoberfläche drückt und die Kraft 10 bis 15 Sekunden hält. Danach misst man die beiden Diagonalen des Eindrucks, bildet daraus die mittlere Diagonale und berechnet daraus die Vickershärte HV.
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Ist eine Härteprüfung zerstörungsfrei?Eine Härteprüfung ist in der Regel nicht vollständig zerstörungsfrei, weil sie einen bleibenden Eindruck in der Oberfläche hinterlässt. Die Probe bricht dabei meist nicht, aber die Oberfläche wird lokal plastisch verformt. In der Praxis gilt die Prüfung deshalb oft als nahezu zerstörungsfrei, wenn der Eindruck tolerierbar ist.
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Was bedeutet die Härtebezeichnung HV 10?Die Härtebezeichnung HV 10 bedeutet, dass der Härtewert als Vickershärte (HV) mit einer Prüfkraft der Stufe 10 bestimmt wurde. Die Zahl 10 steht dabei für 10 kgf (Kilopond) Prüfkraft, das entspricht ungefähr 98 N. Der gemessene Eindruck wird nur mit dieser Kraftstufe zum HV-Wert verknüpft.
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Warum hat der Vickers-Eindringkörper einen Spitzenwinkel von 136 Grad?Der Vickers-Eindringkörper hat einen Spitzenwinkel von 136°, damit die gemessenen Härtewerte in etwa mit Härtewerten nach Brinell vergleichbar sind. Der Winkel ist deshalb bewusst so festgelegt, dass die Eindruckgeometrie bei typischen Werkstoffen zu ähnlichen Zahlenwerten führt. Dadurch kann man Ergebnisse verschiedener Härteprüfverfahren besser gegenüberstellen.
Werkstoffprüfung verstehen
Die Härteprüfung nach Vickers gehört zur Werkstoffprüfung und ist ein wichtiges Verfahren zur Beurteilung von Materialien. Wer sich mit Werkstoffprüfung beschäftigt, vergleicht Prüfverfahren, Kennwerte und das Verhalten von Werkstoffen unter Belastung. Dabei wird klar, wie sich Materialien in ihrer Härte, Festigkeit und Eignung für technische Bauteile unterscheiden. Weitere Videos dazu findest du in unserem Ingenieurwissenschaftenbereich.
