Was sind Verben?
Was Verben genau sind, wie du sie konjugierst und welche verschiedenen Verbarten es eigentlich gibt, erfährst du hier!
Inhaltsübersicht
Was sind Verben?
Verben sind Wörter, die Handlungen, Zustände oder Vorgänge beschreiben. Deshalb nennst du sie auch Tunwörter.
➡️ Beispiel
Handlung: schreiben, rennen, lesen
Zustand: lachen, weinen, schlafen
Vorgang: schmelzen, brennen, wachsen
Im Satz bilden Verben das Prädikat. Das Prädikat gibt in einem Satz an, was eine Person oder Sache macht. Zum Beispiel „Der Hund spielt im Garten.“ Ohne das Prädikat würde der Satz keinen Sinn ergeben: „Der Hund Garten.“
Verben schreibst du außerdem immer klein, außer sie stehen am Satzanfang.
Die Grundform eines Verbs heißt Infinitiv. Du erkennst den Infinitiv daran, dass er mit -en oder -e endet. Verben begegnen dir aber nicht nur in der Grundform. Oft musst du sie an die Person, Anzahl (Numerus), Zeitform (Tempus), Modus (Indikativ, Imperativ, Konjunktiv) und Genus (Aktiv/Passiv) anpassen. Das nennst du Konjugation.
➡️Beispiel: Ich lese das Buch.
- Person/Numerus: Du liest das Buch.
- Tempus: Ich las das Buch.
- Modus: Lies das Buch!
- Genus: Das Buch wird gelesen.
Welche Verbarten gibt es?
Im Deutschen gibt es 3 Arten von Verben, die unterschiedliche Aufgaben im Satz erfüllen:
- Vollverben
- Hilfsverben
- Modalverben
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Vollverben
Vollverben sind Verben, die alleine das Prädikat eines Satzes bilden können. Sie brauchen daher kein zweites Verb, damit der Satz Sinn ergibt. Vollverben sind zum Beispiel: „rennen“, „fahren“, „laufen“ und „spielen“.
Du kannst Vollverben in 3 Arten unterteilen:
1. Handlungsverben: Sie beschreiben eine aktive Handlung.
➡️Beispiel:
- Die Kinder spielen im Garten.
- Wir laufen zum Bäcker.
- Heute gehe ich ins Kino.
2. Zustandsverben: Sie zeigen einen Zustand, also wie etwas ist.
➡️Beispiel:
- Der Hund liegt auf dem Sofa.
- Ich lache über einen Witz.
- Er schläft im Bett.
3. Vorgangsverben: Sie beschreiben einen Vorgang oder eine Veränderung.
➡️Beispiel:
- Die Blätter fallen von den Bäumen.
- Das Eis schmilzt in ihrer Hand.
- Die Blumen wachsen im Garten.
Hilfsverben
Die Hilfsverben im Deutschen sind „sein“, „haben“ und „werden“. Sie können nicht alleine das Prädikat eines Satzes bilden und stehen daher immer zusammen mit einem Vollverb.
Hilfsverben helfen den Vollverben zum Beispiel dabei, verschiedene Zeitformen zu bilden.
➡️Beispiele:
- Ich habe gestern gut geschlafen. (Perfekt)
- Wir waren nicht da gewesen. (Plusquamperfekt)
- Wir werden heute lernen. (Futur I)
Hilfsverben können dir auch dabei helfen, das Passiv zu bilden:
➡️Beispiel: Das Buch ist gelesen worden.
Wichtig: Manchmal können die Wörter „sein“, „haben“ und „werden“ auch als Vollverben benutzt werden. Dann haben sie eine eigene Aussage.
➡️Beispiele:
- Ich habe einen neuen Rucksack.
- Wir sind im Park.
- Er wird heute 13 Jahre alt.
Modalverben
Modalverben können ebenfalls nicht alleine das Prädikat eines Satzes bilden und stehen daher auch immer zusammen mit einem Vollverb.
Im Deutschen gibt es sechs Modalverben:
- können → Fähigkeit oder Möglichkeit
- dürfen → Erlaubnis
- müssen → Pflicht oder Notwendigkeit
- sollen → Auftrag oder Empfehlung
- wollen → Absicht oder Wunsch
- mögen → Wunsch oder Vorliebe
Das Vollverb steht im Satz immer in der Grundform (Infinitiv) am Ende. Das Modalverb steht meist an zweiter Stelle und wird konjugiert.
➡️Beispiele:
- Ich darf heute länger aufbleiben.
- Wir müssen morgen früh aufstehen.
- Sie will später Ärztin werden.
Modalverbenbestimmen außerdem die Bedeutung eines ganzen Satzes. Sie zeigen dir zum Beispiel, ob etwas möglich, erlaubt, gewünscht oder notwendig ist.
➡️Beispiel: Ich kann gut schwimmen.
→ Das Modalverb „kann“ zeigt hier die Fähigkeit
→ Das Vollverb „schwimmen“ beschreibt die Handlung.
Starke und schwache Verben
Du kannst Verben auch danach unterscheiden, wie sie sich bei der Konjugation verändern. Dabei gibt es zwei Gruppen:
- starke Verben
- schwache Verben
Der Unterschied liegt im Verbstamm.
Starke Verben
Starke Verben verändern ihren Stammvokal im Verbstamm. Das passiert häufig, wenn du die Verben im Präsens, Präteritum oder Perfekt konjugierst. Der Stammvokal, der sich ändert, ist meist ein a, e oder i.
➡️Beispiel:
sprechen → er spricht → er sprach → er hat gesprochen
| Infinitiv | Präsens (er) | Präteritum (er) | Partizip Perfekt |
| fahren | fährt | fuhr | gefahren |
| nehmen | nimmt | nahm | genommen |
| sehen | sieht | sah | gesehen |
| trinken | trinkt | trank | getrunken |
| schreiben | schreibt | schrieb | geschrieben |
Wichtig: Starke Verben nennst du auch unregelmäßige Verben.
Schwache Verben
Schwache Verben verändern ihren Verbstamm nicht. Der Stamm bleibt gleich. Nur die Endung ändert sich bei der Konjugation.
➡️Beispiel:
lernen → er lernt → er lernte → er hat gelernt
| Infinitiv | Präsens (er) | Präteritum (er) | Partizip Perfekt |
| lachen | lacht | lachte | gelacht |
| fragen | fragt | fragte | gefragt |
| arbeiten | arbeitet | arbeitete | gearbeitet |
| tanzen | tanzt | tanzte | getanzt |
| reisen | reist | reiste | gereist |
Wichtig: Schwache Verben nennst du auch regelmäßige Verben.
Adjektive
Neben Verben gibt es noch andere wichtige Wortarten in der deutschen Grammatik. Eine davon sind Adjektive. Sie helfen dir dabei, Personen, Dinge oder Situationen genauer zu beschreiben.
Was genau Adjektive sind und wie du sie richtig verwendest, erfährst du in unserem Beitrag zu den Adjektiven.