Die Weiße Rose wurde durch ihren Widerstand gegen die Nationalsozialisten berühmt. Aber was hat die Gruppe eigentlich genau gemacht? Und wer steckte dahinter? Das und noch mehr erfährst du jetzt in diesem Beitrag und in unserem Video !
Inhaltsübersicht
Weiße Rose einfach erklärt
Die Weiße Rose war eine Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus. Sie bestand hauptsächlich aus Studenten. Ihre bekanntesten Mitglieder waren die Geschwister Hans und Sophie Scholl.
In den Jahren 1942 und 1943 verteilten sie insgesamt sechs Flugblätter. Darin kritisierten sie das Nazi-Regime und riefen zum Widerstand auf.
Alle Hauptmitglieder der Weißen Rose wurden 1943 verhaftet, von den Nazis zum Tode verurteilt und anschließend hingerichtet. An ihren Mut und ihren Einsatz für die Menschlichkeit wird allerdings bis heute erinnert.
Weiße Rose Mitglieder
Der Widerstand der Weißen Rose begann im Jahr 1942 in München. Die ersten beiden Mitglieder waren die Medizinstudenten Hans Scholl und Alexander Schmorell.
Bald schlossen sich aber noch weitere Mitglieder der Gruppe an. Die wichtigsten von ihnen waren die Studenten Sophie Scholl, Christoph Probst, Willi Graf und der Philosophieprofessor Kurt Huber.
Die bekanntesten Aktivisten der Weißen Rose waren aber die Geschwister Scholl.
Die Mitglieder der Weißen Rose waren übrigens schon befreundet, bevor sie sich für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus entschieden. Sie hatten allesamt schlechte Erfahrungen mit der Nazi-Regierung gemacht. Aus ihrer persönlichen Überzeugung heraus begannen sie daher, sich gegen das Regime einzusetzen.
Der Name „Weiße Rose“ ist nach Aussagen von Hans Scholl eher zufällig entstanden. Er sollte vor allem gut klingen und die Bewegung dahinter repräsentieren.
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Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Die Weiße Rose leistete verschiedene Arten von Widerstand gegen den Nationalsozialismus . Zum Beispiel schrieben die Mitglieder Parolen wie „Hitler Massenmörder“ oder „Nieder mit Hitler“ groß an Münchens Hauswände. Am bekanntesten ist die Gruppe aber für ihre Flugblattaktionen.
Weiße Rose Flugblätter
Ihre ersten Flugblätter verteilte die Weiße Rose im Juni und Juli 1942. Die vier verschiedenen Flugblätter wurden etwa 100 Mal gedruckt und an ausgewählte Personen geschickt. Die Aktivisten wollten damit andere Kritiker der Nazis motivieren, ihren Überzeugungen treu zu bleiben.
Im ersten Flugblatt hieß es zum Beispiel: „Leistet passiven Widerstand, wo immer Ihr auch seid!“ In ihren Schriften wiesen die Studenten auch auf Tabuthemen wie den Massenmord an Juden und Polen hin. Die Widerstandsgruppe sagte dabei klar und deutlich, dass die Deutschen eine Mitschuld hätten, wenn sie diese Verbrechen einfach verdrängten und nichts dagegen täten.
Ihr viertes Flugblatt endete in dem Zusammenhang mit den Worten: „Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weisse Rose lässt Euch keine Ruhe!“
Als sie im Januar 1943 ihr fünftes Flugblatt veröffentlichte, war die Bewegung schon deutlich gewachsen. Dieses Flugblatt hatte eine Auflage von 6.000 – 9.000 Exemplaren und war nicht mehr nur auf München begrenzt. In mehreren Städten Süddeutschlands und auch in Österreich hatte die Widerstandsbewegung Verbündete, die das Flugblatt weiter verbreiteten.
Die Weiße Rose forderte jetzt immer mehr auch den aktiven Widerstand gegen das Regime. Sie übte außerdem offene Kritik am Zweiten Weltkrieg .
Im Sommer 1942 mussten Willi Graf, Alexander Schmorell und Hans Scholl für einige Monate zum Kriegsdienst an die Ostfront und erlebten den Krieg selbst mit.
Anfang des Jahres 1943 erreichte Deutschland dann die Nachricht von seiner katastrophalen Niederlage bei Stalingrad. Mehr als 300.000 deutsche Soldaten waren dabei ums Leben gekommen.
Mit dieser Neuigkeit begann die Bewegung ihr sechstes Flugblatt. Sie wies auf die Sinnlosigkeit des Krieges hin und rief die deutschen Studentinnen und Studenten zur „Brechung des nationalsozialistischen Terrors” auf. Ihr sechstes und gleichzeitig letztes Flugblatt gelangte sogar bis nach England. Im Juli 1943 ließen es die Engländer tausendfach kopieren und warfen es aus Flugzeugen über mehreren deutschen Städten ab.
Die Weiße Rose gab es zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr. Aber was ist mit ihr passiert?
Verhaftung und Verurteilung
Am 18. Februar 1943 wollen Hans und Sophie Scholl das sechste Flugblatt der Weißen Rose in ihrer Universität in München verteilen. Das wird ihnen jedoch schließlich zum Verhängnis. Sie werfen gerade einen Stapel Flugblätter über ein Geländer in den Innenhof ihrer Universität, als sie der Hausmeister entdeckt.
Verhaftung der Geschwister Scholl
Der Hausmeister erklärt die beiden Geschwister sofort für verhaftet und übergibt sie der Gestapo . Das ist die sogenannte Geheime Staatspolizei der Nazis. Hans hat unglücklicherweise auch noch einen Entwurf für das nächste Flugblatt der Weißen Rose dabei, den er nicht mehr entsorgen kann.
Durch diesen Beweis kann er seine Beteiligung an der Aktion nicht mehr abstreiten. Hans versucht allerdings, die ganze Schuld auf sich zu nehmen, um wenigstens die anderen Mitglieder der Gruppe zu retten. Seine Schwester Sophie will diesen Ausweg jedoch nicht annehmen und sagt aus, dass sie von allem gewusst und auch an den Texten mitgeschrieben habe.
Der Entwurf, den die Gestapo bei Hans gefunden hat, stammt allerdings von Christoph Probst. So kommt die Polizei auf seine Spur und verhaftet ihn am folgenden Tag ebenfalls.
Verurteilungen und Hinrichtungen
Am 22. Februar 1943 beginnt der Prozess der drei jungen Aktivisten am Volksgerichtshof. Nach weniger als drei Stunden ist ihr Schicksal besiegelt: Richter Roland Freisler verhängt das Todesurteil für Hans, Sophie und Christoph. Noch am selben Tag werden sie mit dem Fallbeil hingerichtet. Kurz vor seinem Tod sagt Hans Scholl aber noch seine letzten Worte: „Es lebe die Freiheit!“
Auch die drei anderen Hauptmitglieder, Alexander Schmorell, Willi Graf und der Professor Kurt Huber, werden wenige Monate später gefasst und ebenfalls hingerichtet.
In den folgenden Monaten und Jahren werden immer wieder Helfer und Mitwisser der Weißen Rose von den Nazis überführt. Sie werden zu langen Haftstrafen verurteilt.
Bedeutung der Weißen Rose heute
Auch wenn die Hauptmitglieder der Weißen Rose schon lange nicht mehr leben, die Erinnerung an sie bleibt bis heute. Sie sind ein Vorbild der Zivilcourage und inspirieren uns mit ihrem Mut, für die Menschlichkeit und die Freiheit zu kämpfen. Sie zeigen, dass jeder etwas für seine Ideale tun kann.
Gleichzeitig ist die Geschichte der Weißen Rose aber eine Mahnung für uns. Eine Mahnung, uns für die Menschenrechte einzusetzen und nie wieder tatenlos zuzusehen, wenn Menschen ungerecht behandelt werden.
Hitlerjugend
Den Nationalsozialisten war bewusst, was für einen großen Einfluss Jugendliche wie Sophie Scholl haben konnten. Daher versuchten sie schon früh, die Jugend für ihre menschenverachtende Ideologie zu begeistern. Das wichtigste Instrument war dabei die Hitlerjugend. Mehr über diese NS-Organisation erfährst du in unserem Video .
Weiße Rose — häufigste Fragen
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Weiße Rose — häufigste Fragen
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Was war der Volksgerichtshof?Der Volksgerichtshof war ein Sondergericht der Nationalsozialisten für angebliche Staats- und Hochverratsfälle. Dort liefen politische Prozesse oft als Schauprozesse (inszenierte Gerichtsverfahren) ab, bei denen schnelle, harte Urteile gewollt waren. Hans Scholl, Sophie Scholl und Christoph Probst wurden dort am 22. Februar 1943 zum Tod verurteilt.
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Was meinte die Weiße Rose mit „passivem Widerstand“?Mit passivem Widerstand meinte die Weiße Rose, dass man dem Nazi-Regime ohne Gewalt die Unterstützung entzieht. Man sollte zum Beispiel nicht mitmachen, wenn Unrecht passiert, und sich innerlich und im Alltag gegen die Propaganda stellen. Dazu passten ihre Flugblätter, die andere zum Nachdenken und Nein-Sagen bringen sollten.
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Hat jemand von der Weißen Rose überlebt?Von den Hauptmitgliedern der Weißen Rose überlebte nach den Verhaftungen 1943 niemand, weil sie zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Andere Personen aus dem Umfeld, die geholfen oder von den Aktionen gewusst hatten, wurden zwar ebenfalls bestraft, bekamen aber oft Haftstrafen und konnten nach dem Krieg weiterleben.
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Wer hat Hans und Sophie Scholl an der Universität München entdeckt?Entdeckt wurden Hans Scholl und Sophie Scholl an der Universität München vom Hausmeister. Er sah, wie sie Flugblätter verteilten und einen Stapel in den Innenhof warfen. Danach hielt er die beiden fest und übergab sie der Gestapo (geheime Staatspolizei).
Widerstand verstehen
Die Weiße Rose war eine bekannte Widerstandsgruppe im Nationalsozialismus und gehört damit zum Thema Widerstand. Wer sich mit Widerstand beschäftigt, schaut auf verschiedene Gruppen, ihre Ziele und ihre Formen des Handelns. So wird klar, warum Menschen trotz großer Gefahr gegen Unrecht und Gewalt aufstanden. Im Geschichtsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.