Du musst eine Reflexion schreiben, weißt aber nicht wie? Hier und in unserem Video erfährst du, was eine Reflexion ist und wie du einen Reflexionsbericht aufbaust.
Inhaltsübersicht
Was ist eine Reflexion?
Eine Reflexion schreibst du oft nach einem Praktikum, einer Gruppenarbeit oder einem Seminar. Dein schriftliches Ergebnis bezeichnest du meistens als Reflexionsbericht.
Bei einer Relexion machst du dir also schriftlich Gedanken darüber, wie du die Lernsituation erlebt hast und welche Erkenntnisse du daraus ziehen kannst.
Der Umfang, die Schriftart und -größe sind je nach Lernerfahrung und Aufgabenstellung unterschiedlich. Meist musst du zwischen 4 und 6 Seiten in der Schriftgröße 11 oder 12 schreiben.
Reflexion meint die kritische Auseinandersetzung mit einer erlebten Situation, einer Person oder einer Sache. Dabei überprüfst du das Erlebte, vergleichst es mit anderen Erfahrungen und bewertest es.
Mit einer Reflexion kannst du das Erlebnis besser verstehen und aus der Situation lernen.
Aufbau einer Reflexion
Um eine gelungene kritische Reflexion zu schreiben, orientiere dich an diesen 4 einfachen Schritten:
- Einleitung: Lernerfahrung zusammenfassen
- Analyse: Mit Lernerfahrung theoriebezogen und kritisch auseinandersetzen
- Bewertung: Lernerfahrung persönlich bewerten
- Fazit: Erkenntnisse auf künftige Situationen übertragen
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Einleitung
Deine Reflexion leitest du mit den wichtigsten Informationen über die Lernsituation ein. Dazu gehören:
- Art der Lernerfahrung
- Ort, Datum und Dauer
- Wichtigste Aufgaben, Inhalte und Abläufe
- Ziel der Lernerfahrung
➡️ Beispiel:
Die folgende Reflexion beschäftigt sich mit den Lernerfahrungen während des Praktikums im Kindergarten vom 01.02.2022 bis zum 01.06.2022. Ziel war es, im Rahmen eines Bastelprojekts, theoretisch erworbene Fähigkeiten im Umgang mit Kleinkindern in der Praxis anzuwenden.
Analyse
In diesem Abschnitt betrachtest du Schlüsselmomente der Lernerfahrung. Dabei beschreibst du, inwiefern du deine vorhandenen Kenntnisse in die Praxis umsetzen konntest.
Dazu gehören beispielsweise theoretisches Wissen aus dem Studium oder der Ausbildung. Achte hierbei darauf, wissenschaftliche Quellen zu verwenden und richtig zu zitieren!
➡️ Beispiel:
Für das Projekt nutzte ich die Methode des sogenannten ‚freien Bastelns‘ (Schäfer, 1993), wodurch Kinder „spielend, bastelnd, bildend […] über sich hinauswachsen“ (S. 159) sollen. Die Idee, dass Kinder beim Basteln selbst alle Entscheidungen treffen dürfen, habe ich auf verschiedene Aufgaben ausgeweitet. So wollte ich überprüfen, ob die Methode auch bei anderen Tätigkeiten funktioniert.
Bewertung
Als nächstes sollst du deine Lernerlebnisse bewerten. Hier formulierst du eine persönliche Haltung zu den Situationen, die du zuvor analysiert hast.
Da du in diesem Teil deines Reflexionsberichts genauer auf deine Erfahrungen eingehst, sollte die persönliche Bewertung deiner Lernerlebnisse ausführlicher sein als der Rest.
Dabei kannst du dich an diesen fünf Leitfragen orientieren:
- Erwartungen: Wurden deine anfänglichen Erwartungen erfüllt?
- Erfolgsfaktoren: Welche Faktoren haben Erfolg oder Hindernisse verursacht?
- Bewertung: Welche Aspekte gefielen dir besonders gut, welche weniger?
- Lerngewinn: Was nimmst du als zentrale Einsicht mit?
- Anwendung: Wie setzt du diesen Lerngewinn künftig konkret ein?
➡️ Beispiel:
Bei der Vorbereitung für die Bastelarbeiten zeigten die Kinder Freude am Projekt. Sie durften sich selbst in Gruppen einteilen. Ich war begeistert, dass das ziemlich schnell klappte. Als Nächstes sollten sie sich Bastelmaterialien aussuchen. Da keine weiteren Anweisungen von mir kamen, stritten sich einige Kinder darum, wer welches farbige Papier benutzen darf. Ich erkannte, dass ich meine Methode ändern musste. Zwar hatte die Gruppeneinteilung gut geklappt, aber bei der Materialwahl führte die Entscheidungsfreiheit der Kinder eher zu Schwierigkeiten. Deshalb würde ich beim nächsten Mal selbst die Verteilung der Materialien übernehmen.
Fazit
Im Schlussteil deiner Reflexion fasst du noch einmal kurz deine wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Du solltest vor allem die positiven Erkenntnisse betonen. Du führst aber auch negative Erfahrungen an und machst hierzu Verbesserungsvorschläge. Zum Schluss legst du dar, wie du die Lernerkenntnis in der Zukunft einsetzen kannst.
➡️ Beispiel:
Insgesamt habe ich festgestellt, dass die Kinder große Freude am freien Basteln haben und sie selbstständig verschiedene Methoden und Motive wählen. Jedoch sollte ich nicht alle Entscheidungen den Kindern überlassen, weshalb ich mir genau überlegen muss, wann ich die Methode anwende. Für die Zukunft weiß ich, dass ich bessere Ergebnisse erziele, wenn ich Kindergartenkindern bei Projekten nur für bestimmte Tätigkeiten Entscheidungsfreiheit gebe.
Reflexion schreiben – Formalia
Die Länge deines Reflexionsberichts variiert je nach Lernerfahrung, aber meist umfasst er ungefähr 4 bis 6 Seiten.
Zum Seitenumfang gehören das Literaturverzeichnis und das Deckblatt normalerweise nicht dazu. Auf dem Deckblatt stehen deine Kontaktdaten, Angaben zur Lerntätigkeit und deine Schule oder Universität.
Die genauen Vorgaben zum Layout erhältst du von deinem Aufgabensteller. Meist gelten aber diese Standardwerte:
- Schriftgröße: 11 oder 12 Punkt
- Schriftart: Arial oder Times New Roman
- Zeilenabstand: 1,5-fach
- Seitenzahlen: auf jeder Seite sichtbar
Beim Zitieren wählst du einen einheitlichen Stil — zum Beispiel APA oder Chicago. Alle Quellen, die du im Text belegt hast, führst du im Literaturverzeichnis auf.
Bei Abschlussarbeiten im Studium musst du häufig eine Reflexion als Teil deines Fazits schreiben. Dort schreibst du also keinen ganzen Reflexionsbericht! Stattdessen fasst du die Ergebnisse aus deiner Abschlussarbeit kurz zusammen und reflektierst und evaluierst diese.
Formulierungen für eine richtig gute Reflexion
Schau dir hier noch einige hilfreiche Formulierungen an, die du für deinen Reflexionsbericht benutzen kannst:
- Im folgenden Reflexionsbericht geht es um …
- Die Zielsetzung war es, im Rahmen des Praktikums/Seminars/der Gruppenarbeit, … zu untersuchen.
- Meine anfängliche Erwartung an … bestand darin, …
- Laut [Autor/Theorie] lässt sich das auf … zurückführen.
- Mir hat besonders … gefallen. Weniger positiv war …
- Im Rückblick war die Durchführung von … problematisch. In Zukunft würde ich eher …
- Die Ergebnisse aus … entsprachen (nicht) meinen Erwartungen.
- Durch die Lernerfahrung konnte ich meine Stärken/Schwächen in … erkennen und kann so an ihnen arbeiten.
Reflexion schreiben – Dos und Don’ts
Schau dir hier die wichtigsten Dos und Don’ts für eine gelungene Reflexion an:
| Richtig | Falsch |
| ✓ Nenne nur die wichtigsten Lernerlebnisse. | ✗ Verliere dich nicht in unnötigen Details. |
| ✓ Beschreibe das Ziel deiner Lernerfahrung. | ✗ Erzähle nicht einfach nur deinen Tagesablauf nach. |
| ✓ Begründe deine persönliche Bewertung, sodass andere sie nachvollziehen können. | ✗ Vermeide es, emotional und umgangssprachlich zu schreiben. |
| ✓ Halte dich an formale Vorgaben der Aufgabenstellung. | ✗ Benutze nicht unterschiedliche Schriftarten und -größen. |
Reflexion schreiben – Gute Satzanfänge
Mit unterschiedlichen Satzanfängen kannst du dafür sorgen, dass dein Reflexionsbericht gut und flüssig zu lesen ist. In unserem Video findest du eine Übersicht mit vielen abwechslungsreichen Satzanfängen.