Was sind verwandte Wörter und wie helfen sie dir beim Lernen? Wir zeigen dir hier die drei Arten und wie du sie erkennst.
Inhaltsübersicht
Was sind verwandte Wörter?
Verwandte Wörter, sind Wörter, die miteinander verknüpft sind. Das kann zum Beispiel eine gemeinsame Herkunft oder eine ähnliche Bedeutung sein.
Im Deutschen unterscheidest du zwischen drei Arten von verwandten Wörtern:
-
Synonyme haben dieselbe Bedeutung
➡️ Beispiel: laufen — rennen — sprinten
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Wortfamilien teilen denselben Wortstamm. Durch Endungen und Vorsilben entstehen neue Wörter.
➡️ Beispiel: laufen — Läufer — Wettlauf
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Kontextwörter gehören zum selben Themenbereich. Sie tauchen oft gemeinsam auf, sind aber nicht austauschbar.
➡️ Beispiel: Bewerbung — Lebenslauf — Anschreiben
Synonyme als verwandte Wörter
Synonyme sind Wörter mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung. Du unterscheidest zwischen zwei Typen:
Strikte Synonyme kannst du in jedem Satz gegeneinander austauschen. Die Bedeutung bleibt gleich:
➡️ Beispiel:
| Strikte Synonyme | Beispiel |
|
Vokabel — Wort |
– „Ich lerne viele Vokabeln.“ oder – „Ich lerne viele Wörter.“ → beide Sätze sind richtig ✓ |
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Sofa — Couch |
– „Ich habe auf dem Sofa geschlafen.“ oder – „Ich habe auf der Couch geschlafen.“ → beide Sätze sind richtig ✓ |
Partielle Synonyme kannst du nicht immer gegeneinander austauschen. Die Bedeutung kann sich durch den Kontext ändern.
➡️ Beispiel:
| Partielle Synonyme | Beispiel 1 | Beispiel 2 |
|
gehen — spazieren |
– „Das geht in Ordnung.“ oder – „Das spaziert in Ordnung.“ → der zweite Satz macht keinen Sinn ✗ |
– „Ich gehe durch den Wald.“ oder – „Ich spaziere durch den Wald.“ → beide Sätze sind richtig ✓ |
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schlagen — hauen |
– „Ich schlage ein Rad.“ oder – „Ich haue ein Rad.“ → der zweite Satz macht keinen Sinn ✗ |
– „Er hat meine Schulter geschlagen.“ oder – „Er hat meine Schulter gehauen.“ → beide Sätze sind richtig ✓ |
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Partielle Synonyme erkennen
Partielle Synonyme erkennst du daran, dass sie oft eine versteckte Wertung (Konnotation) tragen. Das ist eine positive oder negative Stimmung, die ein Wort hat.
➡️ Beispiel:
| Satz | Konnotation | Bedeutung |
|
„Dieser Pullover ist günstig.“ |
neutral bis positiv | Der Pullover hat einen niedrigen Preis. |
| „Dieser Pullover ist billig.“ | abwertend | Der Pullover hat eine schlechte Qualität. |
Zum Vergleich: Strikte Synonyme haben dieselbe Wertung. Couch und Sofa sind beides neutrale Wörter.
Manchmal kannst du partielle Synonyme auch an den Präpositionen erkennen, die das Wort benötigt.
➡️ Beispiel:
- „Ich bin interessiert an Fußball“
- „Ich bin begeistert von Fußball“
Hier bleibt die Bedeutung sogar gleich. Aber du kannst die Wörter nicht gegeneinander austauschen, ohne auch die Präposition zu ändern.
Wortfamilien als verwandte Wörter
Bei Wortfamilien geht es um den Wortstamm. Das ist der Kern, den sich mehrere Wörter teilen und ihre Bedeutung bestimmt.
➡️ Beispiel:
- lesen → der Leser → lesbar → verlesen → Leselampe → die Lesung → belesen
Die Wörter teilen sich alle den Wortstamm les. Sie unterscheiden sich aber durch ihre Vorsilben (z. B. be-, ver-) und Endungen (z. B. -ung, -er). Diese nennst du auch Affixe. Durch sie entstehen neue Begriffe mit verwandter Bedeutung.
Das sind einige häufige Affixe:
| Affix | Beispiel |
| –ung | die Mahnung |
| –heit / –keit | die Klarheit / die Heiterkeit |
| –er / –in | der Fahrer / die Fahrerin |
| –bar | machbar |
| –lich | peinlich |
| be– | bearbeiten |
| ver– | verplanen |
Wichtig: Nicht jede Kombination aus Wortstamm + Affix funktioniert. Aus „schwanger“ wird zum Beispiel nicht „Schwangerheit“ sondern „Schwangerschaft„. Welche Affix zu welchem Wortstamm gehört musst du daher meist lernen.
Wortstämme lassen sich häufig auch mit anderen Wörtern kombinieren. Dadurch erhältst du eine Vielzahl neuer verwandter Wörter.
➡️ Beispiel: sprechen → Sprechblase, Sprechstunde, Lautsprecher, widersprechen, …
Rechtschreibung mit Wortstämmen bestimmen
Wortstämme helfen dir dabei, die Schreibweise eines Wortes zu prüfen. Denn bei Ableitungen ändern sich häufig die Vokale.
Wenn du mal nicht weißt, ob du ein Wort mit „eu“ oder „äu“
schreiben musst, findest du die Lösung im Wortstamm: Ist dort ein „au“, wird es zu einem „äu“.
Merke dir dafür diese drei Schritte:
- Stamm ermitteln: Überlege, welcher Wortstamm dem Wort zugrunde liegt.
- Basisform bestimmen: Suche die sicherste Form des Stamms — das ist meistens die Grundform eines Verbs.
- Schreibweise übertragen: Nutze den Vokal im verwandten Wort als Vorlage.
➡️ Beispiele:
| Basisform | Ableitung | Umlautwechsel |
| kaufen | der Käufer | au → äu |
| malen | das Gemälde | a → ä |
| stoßen | anstößig | o → ö |
Wichtig: Es gibt Ausnahmen — nicht jeder Vokal wechselt immer zu einem Umlaut.
➡️ Beispiele:
| Basisform | richtige Ableitung | falsche Ableitung |
| tauchen | ✓ der Taucher | ✗ der Täucher |
| erwarten | ✓ die Erwartung | ✗ die Erwärtung |
| abholen | ✓ die Abholung | ✗ die Abhölung |
Wenn du dir unsicher bist, prüfe das neue Wort in einem Wörterbuch.
Kontextwörter als verwandte Wörter
Kontextwörter passen thematisch zusammen, sind aber nicht austauschbar. Solche Wortverbindungen nennst du auch Kollokationen.
➡️ Beispiel: Ticket — Konzert — Band
Die Begriffe sind keine Synonyme und teilen sich auch keinen Wortstamm. Sie gehören aber zum gleichen Themenfeld und werden oft zusammen benutzt: „Ich kaufe ein Ticket für ein Konzert meiner Lieblingsband.“
Wortfeld
Verwandte Wörter helfen dir, Vokabeln systematisch zu lernen. Doch wie ordnest du Wörter nach Bedeutung und Kontext? In unserem Artikel zu Wortfeldern erfährst du, wie du Wörter thematisch gruppierst und deinen Wortschatz noch gezielter aufbaust.
