Die isobare Zustandsänderung gehört zu den wichtigsten Zustandsänderungen der Thermodynamik. Wir untersuchen, welche Zustandsgröße konstant bleibt und wie die Zustandskurven aussehen. In unseren anderen Beiträgen erhältst du alle wichtigen Informationen über die isotherme , isochore und die adiabatische Zustandsänderung .
„isobar“ ist griechisch und bedeutet „gleicher Druck“. Das beschreibt exakt welche Zustandsgröße konstant bleibt: Der Druck. Die Temperatur und das Volumen verändern sich hingegen. Damit der Druck konstant bleibt, muss gleichzeitig Arbeit in Form von Volumenarbeit und ein Wärmetransport stattfinden.
Inhaltsübersicht
Isobare Expansion und Kompression
Wenn wir zum Beispiel dem System Wärme Q zuführen, dann muss das Gas Volumenarbeit verrichten, um den Druck konstant zu halten. Das Volumen und auch die innere Energie steigen daher. Diesen Vorgang kennt man auch unter dem Namen „isobare Expansion“.
Verringern sich das Volumen V und die innere Energie U, dann spricht man von „isobarer Kompression“.
Für einen konstanten Druck im System ergibt sich aus dem idealen Gasgesetz:

Dieser Zusammenhang zwischen Volumen und Temperatur bei einer isobaren Zustandsänderung wird durch das Gesetz von Gay-Lussac beschrieben.
Wollen wir nun aus den Zustandsgrößen des ersten Zustands eine Zustandsgröße des zweiten Zustands berechnen, dann müssen wir die Formel

nur nach der gewünschten Größe umstellen.
Sind die Anfangs- und Endtemperaturen gegeben, können wir daraus die Änderung der inneren Energie
bei einer isobaren Zustandsänderung ermitteln:

- m = Gasmasse
-
= spezifische Wärmekapazität des Gases
Thermische Zustandsgleichung
Die thermische Zustandsgleichung für alle idealen Gase gibt die Beziehungen zwischen den thermischen Zustandsgrößen an. Wir können Sie zur Untersuchung thermodynamischer Prozesse zu Hilfe nehmen. Die Formel lautet:

-
= universelle/molare Gaskonstante -
= individuelle/spezifische Gaskonstante
Bei der isobaren Zustandsänderung gilt p = konst., weswegen die zwei Zustandsgleichungen gelten:


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p-V- und T-s-Diagramm
Betrachten wir nun das p-V-Diagramm und das T-s-Diagramm .
Die Zustandskurve verläuft im p-V-Diagramm horizontal bzw. parallel zur V-Achse. Klar, der Druck ist bei isobaren Zustandsänderungen ja konstant.
Die Fläche unterhalb der Zustandskurve entspricht der verrichteten Volumenänderungsarbeit
.
Im T-s-Diagramm stellt sich ein exponentieller Verlauf ein, allerdings mit einer geringeren Steigung als bei einer isochoren Zustandsänderung. Die Fläche unter der Kurve entspricht der zugeführten bzw. abgeführten Wärmeenergie.
Berechnung der Volumenarbeit
Wie wir bereits gesehen haben, lautet die Formel für die Änderung der inneren Energie in einem geschlossenen System:

Bei der isobaren Zustandsänderung bleibt der Druck p konstant, was Einfluss auf die Formel der Volumenänderungsarbeit hat:

Daraus folgt:

Durch Umformung mit Hilfe der thermischen Zustandsgleichung erhalten wir:

Druckänderungsarbeit
Der Druck bei der isobaren Zustandsänderung bleibt konstant, weswegen die reversible technische Arbeit, auch Druckänderungsarbeit genannt, gleich null ist.
Mathematisch können wir Sie wie folgt ausdrücken:

Im p-V-Diagramm entspricht die Druckänderungsarbeit der Fläche unter der Zustandskurve zur p-Achse hin, die gleich null ist.
Wärme
Wollen wir die zu- bzw. abgeführte Wärme ermitteln, müssen wir die Formel der Enthalpie heranziehen:

Lösen wir die Gleichung nach der Wärme Q auf und berücksichtigen, dass die Druckänderungsarbeit gleich null ist, erhalten wir schließlich für die Wärme:

Handelt es sich um einen reversiblen Prozess fällt der Ausdruck für die Dissipationsarbeit weg.
Die Wärme Q entspricht der Fläche unter der Zustandskurve im T-s-Diagramm.
Entropie
Die Entropie in einem System ist abhängig von der Wärme und im Falle der isobaren Zustandsänderung können wir die Formel auch in Abhängigkeit zur Enthalpie formulieren:

Da der Druck konstant bleibt, fällt der Ausdruck
weg:

-
= spezifische Wärmekapazität
Wir können die Entropie auch in einem T-s-Diagramm darstellen. Sie lässt sich auch über folgende Beziehung ausdrücken:

Die Fläche unter der Zustandskurve im T-s- Diagramm entspricht dabei der Summe aus der Wärme und der Dissipationsarbeit.
Fassen wir kurz zusammen, was wir gelernt haben. Bei der isobaren Zustandsänderung bleibt der Druck konstant. Daher ist die Zustandskurve im p-V-Diagramm eine Gerade. Es wird gleichzeitig Volumenarbeit verrichtet und Wärmeenergie transportiert.
Isobare Zustandsänderung — häufigste Fragen
(ausklappen)
Isobare Zustandsänderung — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Warum muss bei einer isobaren Zustandsänderung Wärme übertragen werden?Bei einer isobaren Zustandsänderung muss Wärme übertragen werden, weil bei konstantem Druck gleichzeitig eine Volumenänderung stattfindet und dafür Volumenarbeit geleistet wird. Ohne Wärmefluss würde die Energie für diese Arbeit fehlen oder es gäbe keinen Energieaustausch, der die Temperatur- und Volumenänderung unter konstantem Druck ermöglicht.
-
Wie erkennt man bei isobarer Expansion oder Kompression, ob die Volumenarbeit positiv oder negativ ist?Das Vorzeichen der Volumenarbeit erkennt man bei isobarer Expansion oder Kompression an der Volumenänderung in
. Bei Expansion gilt
, daher wird
negativ. Bei Kompression gilt
, daher wird
positiv.
-
Warum ist die technische Druckänderungsarbeit im isobaren Prozess null, obwohl das Gas Volumenarbeit verrichtet?Die technische Druckänderungsarbeit ist im isobaren Prozess null, weil sie als
definiert ist und bei isobarer Zustandsänderung
gilt. Volumenarbeit tritt trotzdem auf, weil
von
abhängt und das Volumen sich ändert.
-
Was bedeutet die Fläche unter der Kurve im p-V-Diagramm bei einer isobaren Zustandsänderung?Die Fläche unter der Kurve im p‑V‑Diagramm bedeutet bei einer isobaren Zustandsänderung die verrichtete Volumenänderungsarbeit
. Da die Kurve horizontal verläuft, ist die Fläche ein Rechteck mit der Größe
; das Vorzeichen ergibt sich aus der verwendeten Konvention
.
Zustandsänderungen verstehen
Die isobare Zustandsänderung gehört zu den grundlegenden Zustandsänderungen in der Thermodynamik. Wer sich mit Zustandsänderungen beschäftigt, vergleicht Druck, Volumen und Temperatur bei verschiedenen Prozessen. So wird klar, wie sich Gase unter bestimmten Bedingungen verhalten und warum sich Größen wie Arbeit und Wärme je nach Prozess anders ändern. Weitere Videos dazu findest du in unserem Ingenieurwissenschaftenbereich.
