Blutzuckerregulation einfach erklärt
Dein Körper braucht Energie, um funktionieren zu können. Diese Energie bekommt er durch den Einfachzucker Glucose. Ist der Zucker in deinem Blut gelöst, sprichst du von Blutzucker.
Die Menge von Glucose in deinem Blut ist der Blutzuckerspiegel. Der muss sich innerhalb bestimmter Werte befinden, damit es dir gut geht. Ein Wert von 80-110mg Glucose pro 100ml Blut ist optimal.
Dein Blutzuckerspiegel im Körper schwankt aber ständig, zum Beispiel wenn du Sport machst oder etwas isst. Damit dein Blutzuckerspiegel aber trotzdem immer im idealen Bereich ist, überwachen ihn bestimmte Zellen in deinem Körper ständig.
Weicht er vom optimalen Wert ab, schüttet deine Bauchspeicheldrüse Hormone aus. Welche Hormone das sind, hängt von Blutzuckerspiegel ab:
- Blutzuckerspiegel zu hoch: Ausschüttung von Insulin, um ihn zu senken.
- Blutzuckerspiegel zu niedrig: Ausschüttung von Glucagon, um ihn zu erhöhen.
Regelkreis Blutzuckerregulation
Sehen wir uns einmal Schritt für Schritt an, wie die Blutzuckerregulation eigentlich abläuft. Deine Bauchspeicheldrüse misst stetig die Glucose-Konzentration in deinem Blut. Wenn der Wert zu hoch oder zu niedrig ist, handelt sie, um den Blutzuckerspiegel im optimalen Rahmen zu halten.
Weil deine Bauchspeicheldrüse diese Arbeit ständig macht, ergibt sich ein geschlossener Kreislauf. Das heißt, die Regulation des Blutzuckerspiegels passiert immer direkt. Das kannst du in einem Modell, dem sogenannten Regelkreis der Blutzuckerregulation, darstellen.
Unter einem Regelkreis verstehst du ein Steuerungssystem, das Prozesse in einem Organismus kontrolliert. In diesem Fall bist der Organismus du. Der Prozess, der gesteuert wird, ist dein Blutzuckerspiegel und der Regelkreis ist die Blutzuckerregulation. Das Modell beschreibt also, wie die Bauchspeicheldrüse reagiert, wenn dein Blutzuckerspiegel zu hoch oder zu niedrig ist.
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Hoher Blutzuckerspiegel
Ist die Glucose-Konzentration im Blut zu hoch, gibt deine Bauchspeicheldrüse Insulin in den Blutkreislauf ab. Insulin führt dazu, dass
- deine Körperzellen mehr Glucose aufnehmen können und dass
- deine Leber und Muskeln Glucose in den Vielfachzucker Glycogen umwandeln und so speichern.
Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel wieder. Sobald die Glucose-Konzentration in deinem Blut im Bereich von 80-110mg pro 100ml liegt, stoppt deine Bauchspeicheldrüse die Insulinabgabe. Insulin ist das einzige Hormon, das die Senkung der Glucose-Konzentration in deinem Blut auslösen kann.
Bei der Erkrankung gibt es Probleme bei der Insulinproduktion. Die Bauchspeicheldrüse kann entweder kein Insulin produzieren, oder es wirkt nicht richtig. Deswegen ist es um einiges schwerer, deinen Blutzuckerspiegel zu senken. Die überschüssige Glucose wird letztendlich meistens über die Blase ausgeschieden.
Niedriger Blutzuckerspiegel
Verbraucht dein Körper gerade sehr viel Energie, wie zum Beispiel beim Sport, sinkt der Blutzuckerspiegel. Sobald deine Bauchspeicheldrüse diese Veränderung erfasst hat, beginnt sie dagegen zu arbeiten, um den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Sie gibt das Hormon Glucagon in den Blutkreislauf ab. Glucagon bringt die Leber dazu, das gespeicherte Glycogen in Glucose zu zerlegen und in das Blut abzugeben. Dieser Prozess stoppt, wenn der Blutzuckerspiegel wieder im Normalbereich ist.
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Glucose = (Einfach)Zucker
Sie gibt dir Energie und ist wichtig für deinen Stoffwechsel . -
Glycogen = ein Vielfachzucker
Es basiert auf Glucose und funktioniert als Energiespeicher. -
Glucagon = ein Hormon
Es fördert die Glucose-Umwandlung in der Leber und ihre Abgabe ins Blut.
Blutzuckerregulation — häufigste Fragen
(ausklappen)
Blutzuckerregulation — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was ist Glykogen einfach erklärt?Glykogen ist ein Speicherstoff aus vielen Glukose-Bausteinen, der vor allem in Leber und Muskeln gespeichert wird. Man kann sich Glykogen wie einen Zucker-Vorrat vorstellen. Wenn der Blutzucker sinkt, kann die Leber diesen Vorrat wieder in Glukose umwandeln.
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Welche Hormone steuern den Blutzuckerspiegel?Den Blutzuckerspiegel steuern vor allem die Hormone Insulin und Glukagon. Insulin wird ausgeschüttet, wenn viel Glukose im Blut ist, und sorgt dafür, dass Zellen Glukose aufnehmen und speichern. Glukagon wirkt bei zu wenig Glukose und lässt gespeicherten Zucker wieder ins Blut abgeben.
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Wo wird Insulin gebildet?Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet, genauer in spezialisierten Zellen, die Insulin als Hormon herstellen. Wenn der Blutzucker nach dem Essen steigt, gibt die Bauchspeicheldrüse Insulin direkt in den Blutkreislauf ab, damit Körperzellen Glukose aufnehmen können.
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Was ist der Unterschied zwischen Glykogen und Glukagon?Glykogen und Glukagon klingen ähnlich, sind aber völlig verschieden: Glykogen ist ein Speicherstoff, also gespeicherter Zucker in Leber und Muskeln. Glukagon ist ein Hormon aus der Bauchspeicheldrüse. Bei niedrigem Blutzucker sorgt Glukagon dafür, dass die Leber Glykogen abbaut und Glukose ins Blut abgibt.