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Wieso wird die Ostsee Brackwassermeer genannt und was ist Brackwasser überhaupt? Das erfährst du hier und im Video.

Inhaltsübersicht

Was ist Brackwasser?

Brackwasser ist eine Mischform von Süß- und Meerwasser. Durch die Vermischung der beiden Gewässer liegt der Salzgehalt zwischen dem von Süßwasser (nahezu kein Salz) und Meerwasser (ca. 35 Gramm Salz pro Liter).

Das Brackwasser kommt typischerweise in Flussmündungen oder an Küstenregionen vor. Dort entsteht es durch den Wechsel der Gezeiten oder durch das Einfließen von Flusswasser ins Meer. Durch seine einzigartige Zusammensetzung bietet Brackwasser besondere Lebensbedingungen für Lebewesen. 

Übrigens: Der Begriff „Brackwasser“ stammt aus dem Niederdeutschen und heißt „salziges Wasser“. 

Unterschiede zwischen Brack-, Süß- und Meerwasser

Süßwasser kommt hauptsächlich in Seen, Flüssen und Grundwasser vor, während Ozeane aus Salzwasser bestehen. Der entscheidende Unterschied zwischen allen drei Wasserarten ist aber der Salzgehalt:

  • Süßwasser: Enthält fast kein Salz — weniger als 0,5 Gramm pro Liter.
  • Meerwasser: Hat einen hohen Salzgehalt — etwa 35 Gramm pro Liter.
  • Brackwasser: Der Salzgehalt schwankt — meist zwischen 0,5 und 30 Gramm Salz pro Liter
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Wo gibt es Brackwasser?

Du findest Brackwasser oft in:

  • Flussmündungen
  • Küsten
  • Auftauenden Gletschern 

Einige bekannte Gebiete mit Brackwasser sind:

  • Die Ostsee: Mehrere Flüsse mit Süßwasser fließen in die Ostsee, während salzhaltiges Meerwasser aus der Nordsee kommt. Dadurch ist die Ostsee eines der größten Brackwassermeere der Welt und ein besonderes hydrografisches Phänomen. Der Salzgehalt variiert stark, wobei die salzigsten Regionen im Westen nahe der Verbindung zum Nordatlantik liegen und der Salzgehalt nach Osten hin abnimmt.
     
  • Die Region Mississippi-Delta in den USA und der Amazonas in Südamerika: Hier gibt es viele Flussmündungen.
     
  • Mangrovengebiete: Das sind besondere Küstenökosysteme, die in tropischen und subtropischen Regionen vorkommen. Sie zeichnen sich durch dichte Wälder aus Mangrovenbäumen aus und sind an das Leben im Übergangsbereich zwischen Land und Wasser angepasst.
     
  • Grönland und Alaska: Die sich an den Küsten befindenden Gletscher bestehen aus gefrorenem Süßwasser. Wenn der Gletscher schmilzt, vermischt sich Süßwasser mit dem Meerwasser und Brackwasser entsteht. 

Brackwasser als Lebensraum

Brackwasser ist ein besonderer Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die schwankenden Salzgehalte und die Mischung aus Süß- und Salzwasser schaffen Bedingungen, an die sich nur bestimmte Arten anpassen können.

Typische Arten im Brackwasser sind Fische wie die Flunder, Aale oder Schollen. Aber auch Krebstiere, wie Seepocken oder Muscheln sind hier gern zu Hause. Die Pflanzen im Brackwasser müssen salzresistent sein, um zu überleben. Das schafft zum Beispiel nur Seegras oder bestimmte Algenarten.

Brackwasser in Aquarien

Brackwasseraquarien sind unter Aquarienbesitzern sehr beliebt, da sie die Möglichkeit bieten, seltene Tier- und Pflanzenarten zu halten. Zum Beispiel Pufferfische oder Garnelen. Sie würden in gewöhnlichen Süßwasser- oder Meerwasseraquarien nicht überleben, fühlen sich aber in Brackwasseraquarien besonders wohl. Daher muss bei der Einrichtung eines Aquariums auf die Salzdichte des Wassers geachtet werden und regelmäßig angepasst werden.

Süßwasser Meer

Jetzt weißt du, was Brackwasser ist und wieso die Ostsee auch Brackwassermeer genannt wird. Wenn du mehr über Süßwasser Meere erfahren willst, schau dir unser Video dazu an.

Zum Video: Süßwasser Meer
Zum Video: Süßwasser Meer

Brackwasser — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was ist ein Brackwassermeer?
    Ein Brackwassermeer ist ein Meer, in dem das Wasser eine Mischung aus Süßwasser und Meerwasser ist. Deshalb ist der Salzgehalt dort mittig und nicht so hoch wie im offenen Meer. Außerdem kann der Salzgehalt je nach Ort stark schwanken, weil immer wieder Süßwasser dazukommt.
  • Ist Brackwasser trinkbar?
    Brackwasser ist meistens nicht trinkbar, weil es zu viel Salz für den menschlichen Organismus enthalten kann. Zu salziges Wasser kann Übelkeit verursachen und den Durst verstärken. Außerdem ist Brackwasser oft nicht sauber genug, um es einfach zu trinken.
  • Kann man Brackwasser trinken, wenn man es abkocht?
    Brackwasser bleibt auch nach dem Abkochen salzig, weil Kochen das Salz nicht aus dem Wasser entfernt. Abkochen kann zwar Keime abtöten, aber der Salzgehalt bleibt gleich. Deshalb ist abgekochtes Brackwasser zum Trinken meistens trotzdem ungeeignet, wenn es deutlich salzig ist.
  • Ist die Nordsee Brackwasser?
    Die Nordsee ist kein Brackwassermeer, sondern überwiegend Meerwasser mit hohem Salzgehalt. Brackwasser entsteht dort nur in Küstennähe, zum Beispiel an Flussmündungen, wo sich Süßwasser aus Flüssen mit dem salzigen Wasser der Nordsee mischt. Weiter draußen ist es normales Meerwasser.

Gewässer verstehen

Brackwasser gehört zum Themenfeld der Gewässer. Wer sich mit Gewässern beschäftigt, vergleicht Wasserarten und ihre Eigenschaften. So achtest du auf Merkmale wie den Salzgehalt und den Ort, an dem Wasser vorkommt. Im Erdkundebereich findest du Videos zu Flussmündungen, Küsten und mehr.

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