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Was Meeresströmungen sind, wie sie entstehen und was die Temperatur, der Wind und die Erdrotation damit zu tun haben, erfährst du hieroder direkt im Video .

Inhaltsübersicht

Meeresströmungen einfach erklärt

Als Meeresströmungen kannst du dir senkrecht und/oder waagerecht transportierte Wassermassen in den Weltmeeren vorstellen.

Diese beständigen und globalen Strömungen entstehen durch Wind, die Erdrotation und die Zirkulation von Wasser. Die Zirkulation des Wassers wird dabei durch die Wassertemperaturunterschiede und den Unterschied im Salzgehalt verursacht. Hierbei kannst du auf der Welt zwischen kalten und warmen Meeresströmungen unterscheiden. Diese bekanntesten Strömungen kannst du dir merken:

  • Der bekannteste warme Meeresstrom ist der Golfstrom.
  • Als größte Meeresströmung ist der Antarktische Zirkumpolarstrom ein wichtiger Vertreter kalter Meeresströmungen.
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Karte der Meeresströmungen

Als wichtigste Funktion der Meeresströmungen ist der Temperaturausgleich durch den Transport von unterschiedlich temperierten Wassermengen zu nennen. Dadurch haben Meeresströme einen großen Einfluss auf das Klima.

Wie entstehen Meeresströmungen?

Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Meeresströmungen: regionale und globale Strömungen.

Die regionalen Wasserströmungen sind periodisch und von kurzer Dauer, wie beispielsweise Ebbe und Flut. Globale Meeresströmungen sind dagegen beständig, wie zum Beispiel der Golfstrom.

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Thermohaline Zirkulation

Unter dem Begriff thermohaline Zirkulation kannst du dir die Entstehung von Wasserströmungen in Meeren vorstellen, die durch zwei Faktoren ausgelöst werden:

  • unterschiedliche Wassertemperaturen aufgrund der Sonneneinstrahlung in verschiedenen Bereichen der Erde (bspw. kälteres Wasser in der Antarktis)
  • unterschiedlicher Salzgehalt im Wasser in verschiedenen Regionen der Erde
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Entstehung von Meeresströmungen durch Thermohaline Zirkulation

Schritt für Schritt entsteht die Meeresströmung so: Wassermengen sinken an kalten Stellen der Erde ab und fließen in Richtung wärmerer Gebiete. Das abgesunkene Wasser hinterlässt Raum für neues Wasser, das wiederum aus warmen Regionen kommt.

Grundlegend ist dabei die Dichte des Wassers wichtig. Kühlt sich das Wasser an den Polen der Welt ab, so erhöht sich dessen Dichte durch den erhöhten Salzgehalt und die sinkende Temperatur. Das Wasser wird also schwerer und sinkt dadurch ab. Dieses Phänomen wird Konvektion genannt. Stell dir den gesamten Kreislauf wie ein Förderband vor:

  1. Das durch die Konvektion abgekühlte Wasser fließt jetzt in der Tiefe in Richtung Äquator.
  2. Da der Äquator wärmer ist, erwärmt sich dort auch das Wasser wieder.
  3. Der Salzgehalt des Wassers verringert sich hier also wieder aufgrund der höheren Temperatur und die Dichte sinkt. Dadurch steigt das Wasser wieder auf.
  4. Da an den Polen weiterhin Wasser absinkt, muss wärmeres Wasser dort den hinterbliebenen Raum wieder einnehmen.
  5. Das warme Wasser vom Äquator fließt deswegen an der Oberfläche in Richtung der Pole und nimmt diesen Raum wieder ein.

Damit ist der Kreislauf, den du thermohaline Zirkulation nennen kannst, geschlossen und kann von Neuem beginnen. 

Windsystem der Erde

Doch nicht nur durch die thermohaline Zirkulation entstehen Meeresströmungen. Ein weiterer Faktor sind die Passatwinde und die Passatzirkulation.  In diesem Fall verleiht der Wind den Strömungen an der Oberfläche ihre Energie. Dabei beeinflusst der Wind die Strömungen bis zu 100 Meter unter der Wasseroberfläche. 

Windsystem — Beispiel Golfstrom

Ein Beispiel für den Einfluss von Windsystemen auf Strömungen ist der Golfstrom, der neben der thermohalinen Zirkulation auch durch großräumige Windfelder erzeugt wird. In diesen Windfeldern wirken in mittleren Breitengraden Westwinde und in niederen Breitengraden Passatwinde, die den Golfstrom antreiben. Er ist damit eine der schnellsten und wärmsten Strömungen der Erde.

Erdrotation und Corioliskraft

Die durch den Wind verursachten Oberflächenströmungen verlaufen nicht genau in Windrichtung, sondern werden durch die Erdrotation beeinflusst. Hierbei wirkt sich die Corioliskraft auf die Meeresströmungen aus. Die Corioliskraft musst du dir als eine Kraft vorstellen, die Körper (hier die Strömung) in einem rotierenden Bezugssystem (hier die Erde) in ihrer geradlinigen Bewegung seitlich ablenkt.

Corioliskraft — Beispiel Golfstrom

Beim Golfstrom bewirkt die Corioliskraft eine Ablenkung auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel entgegen dem Uhrzeigersinn. Das ist der Grund, weshalb der Golfstrom auf dem Weg nach Norden gen Osten abknickt und große Teile Nordeuropas erwärmt.

Meeresströmungen — Bedeutung

Meeresströmungen haben wichtige Bedeutungen für die Erde und ihr gesamte Ökosystem:

  1. Sie transportieren Wärme vom Äquator zu den Polen und Kälte von den Polen an den Äquator. Somit regulieren sie das Klima. Zum Beispiel wird durch den Golfstrom warmes Wasser aus den Tropen nach Europa transportiert und sorgt für milde Temperaturen dort.
  2. Außerdem beeinflussen Meeresströmungen auch die Tierwelt und das Wachstum von Pflanzen im Ozean. Sie können Nährstoffe und Sauerstoff verteilen, was wichtig für den Lebensraum von Lebewesen und ganzen Ökosystemen ist. 

Kurz gesagt: Meeresströmungen spielen eine große Rolle bei der Regulierung des Klimas durch den Temperaturausgleich und beeinflussen das Ökosystem Meer.

Meeresströmungen — Folgen

Bei der großen Bedeutung, die die Meeresströmungen für den Temperaturausgleich haben, ist es naheliegend, dass der Klimawandel die globalen Wasserströmungen beeinflusst. Vor allem der Temperaturausgleich, der durch die Wassermassen stattfindet, wird im Prozess der thermohalinen Zirkulation gestört. Doch was passiert hier genau?

Durch die globale Erwärmung erwärmen sich die Wassermassen rund um den Äquator stärker. Dementsprechend brauchen sie auch länger, um an den Polen abzukühlen, nachdem sie dorthin transportiert wurden. Folglich schmilzt auch mehr Eis, das aus Süßwasser besteht. Dadurch wird der Salzgehalt im Wasser verdünnt und die Dichte verringert. In der Summe wird somit die Konvektion verlangsamt oder gar verhindert. Die Folge: Wasserströmungen werden verlangsamt oder verschwinden ganz!

Ebbe und Flut

Globale Meeresströmungen sind sehr beständig und finden in den Weiten des Meers statt. An den Küsten konntest du bestimmt aber auch schon einmal die periodischen Strömungen der Ebbe und Flut erleben. Mehr Informationen dazu findest du hier!

Zum Video: Ebbe und Flut
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Meeresströmungen — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was ist die thermohaline Zirkulation?
    Die thermohaline Zirkulation ist ein globaler Meereskreislauf, der durch Unterschiede in Wassertemperatur und Salzgehalt entsteht. Kaltes, salzreiches Wasser wird dichter (schwerer) und sinkt ab, strömt als Tiefenwasser Richtung wärmere Gebiete und steigt dort wieder auf. An der Oberfläche fließt warmes Wasser zurück zu den Polen.
  • Wie funktioniert der Golfstrom?
    Der Golfstrom funktioniert als warme Oberflächenströmung, die Wasser aus den Tropen nach Norden transportiert. Angetrieben wird er durch großräumige Windfelder wie Passatwinde und Westwinde und zusätzlich durch den globalen Wasserkreislauf im Meer. Durch die Erdrotation wird die Strömung abgelenkt und knickt nach Osten Richtung Europa ab.
  • Wie entsteht Tiefenwasser?
    Tiefenwasser entsteht, wenn Meerwasser an sehr kalten Orten stark abkühlt und dadurch dichter wird. Mischt sich dort zusätzlich salzreicheres Wasser dazu, steigt die Dichte weiter und das Wasser sinkt nach unten ab. Das abgesunkene Wasser fließt dann in der Tiefe als Strömung weiter.
  • Wo entsteht Tiefenwasser?
    Tiefenwasser entsteht vor allem in polnahen Meeresgebieten, weil das Oberflächenwasser dort stark abkühlt und absinken kann. Besonders typisch sind sehr kalte Regionen wie die Gewässer rund um die Antarktis. Dort wird an der Oberfläche Platz frei, sodass aus wärmeren Gebieten neues Wasser nachströmt.

Meere verstehen

Meeresströmungen gehören zum Themenfeld Meere und prägen Klima und Wetter in vielen Regionen der Erde. Wer sich mit Meeren beschäftigt, schaut auf Wasserbewegungen, Küsten, Ozeane und den Einfluss des Meeres auf das Leben der Menschen. So wird klar, wie eng Wasser, Temperatur und Natur auf der Erde zusammenhängen. Im Erdkundebereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.

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