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Du willst wissen, was genau eine Raumanalyse ist und wie du sie durchführst? Dann bist du hier genau richtig! Alles Wichtige dazu erfährst du in unserem Beitrag und im Video !

Inhaltsübersicht

Raumanalyse einfach erklärt  

In einer Raumanalyse wird eine festgelegte Region und ihr Aufbau untersucht. Ziel der Raumanalyse ist es zu verstehen, welche Zusammenhänge es zwischen den Naturgegebenheiten (Geofaktoren) und der menschlichen Nutzung (gesellschaftliche Faktoren) des Gebietes gibt. Zum Beispiel ist ein bestimmter Weinberg besonders bewachsen oder ein Waldgebiet wird von einer Landstraße durchquert.

Bei einer Raumanalyse betrachtest du die Faktoren unter einer vorgegebenen Fragestellung und arbeitest Zusammenhänge heraus. Ein mögliches Beispiel wäre: „Warum wachsen im Schwarzwald so viele Tannen?“

Wichtig: Du musst beachten, dass bei einer Raumanalyse auf keinen Fall alle Geofaktoren mit in die Beschreibung einbezogen werden müssen. Im Gegenteil: Du sollst nur die Faktoren analysieren, die für den speziellen Raum und für die Leitfrage von Bedeutung sind.

Raumanalyse Aufbau  

Damit deine Raumanalyse eine sinnvolle Struktur aufweist, solltest du dich an gewisse Regeln halten. Wie du eine Raumanalyse machst, erfährst du jetzt in unserer 6-Schritte-Methode

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Schritt 1: Abgrenzung des Untersuchungsraums   

Bevor du mit deiner Raumanalyse beginnen kannst, musst du den Raum, auf den du dich beziehst, genau bestimmen

Dafür kannst du ihn mithilfe verschiedener Merkmale eingrenzen. Dazu gehören: 

  • angrenzende Meere 
  • benachbarte Länder und Städte
  • umliegende Gebirge 
  • geographische Lage im Gradnetz 

Außerdem ist es wichtig, dass du in diesem Schritt die wichtigsten Merkmale des Raums stichpunktartig aufschreibst. Das sind zum Beispiel:

Klima tropisch, gemäßigt etc. — Beziehe dich gerne auf die Klimazonen.
Boden  Sand — Schluff — Ton — Lehm 
Oberflächengestalt der Region Bergketten, Gebirge, Täler, Seen, etc.
Gestein Magmagestein, Sedimentgestein, metamorphes Gestein — beziehe dich gerne auf den Gesteinskreislauf.
Bevölkerungsdichte  hoch vs. gering — ländlich vs. städtisch
Infrastruktur  Straßen, öffentliche Verkehrsmittel, Krankenhäuser, etc. 

Schritt 2: Bestimmung der übergeordneten Leitfrage  

Eine übergeordnete Leitfrage ist dir in der Aufgabenstellung meist bereits gegeben. Sollte das nicht der Fall sein, solltest du selbst eine Leitfrage bestimmen, um deinem Text einen roten Faden zu geben. 

Eine mögliche Fragestellung ergibt sich oft durch folgende Faktoren: 

  • Beschreibung des Raumes 
  • Entwicklung des Raumes 
  • Zusammenhänge verschiedener Faktoren. 

Hier ein paar Beispiele, wie deine Leitfrage aussehen könnte:

  • Wie entstand die landwirtschaftliche Struktur von Spanien? 
  • Vor welchen Herausforderungen steht Kalifornien in Bezug auf den Klimawandel?
  • Welche Möglichkeiten hat Tansania seine Bevölkerung mit eigenen Mitteln zu ernähren?

Wichtig: Die Beispiele dienen nur zur Orientierung. Achte daher unbedingt darauf, die Leitfrage an deinen zu analysierenden Raum anzupassen.

Um deine Analyse zu erleichtern, kannst du die Leitfrage auch durch weitere Teilfragen ergänzen. In Bezug auf unsere Tansania-Leitfrage könnte eine potenzielle Teilfrage lauten: „Welches landwirtschaftliche Potenzial hat Tansania?“

Schritt 3: Leitfrage analysieren   

Im dritten Schritt analysierst du deine zuvor definierte Leitfrage. Dazu überlegst du, welche Faktoren für die Beantwortung deiner Frage von Bedeutung sind. Dabei lohnt es sich, verschiedene Aspekte zuerst einzeln zu betrachten.

Die Faktoren zur Analyse lassen sich so gliedern:

  • Geofaktoren z. B. Klima, Gestein, Boden, Biosphäre, Zeit
  • gesellschaftliche Faktoren z. B. Bevölkerungsdichte, Infrastruktur, Siedlungen
  • Wechselwirkungen z. B. Einfluss des Reliefs auf die Lage der Siedlung
  • zeitliche Faktoren (historische Entwicklung) z. B. Naturereignisse, Menschen

In der Analyse beschreibst du nun die Gründe, Auswirkungen und die gegenseitigen Einflüsse der Faktoren, um deine Leitfrage zu beantworten. Zum Schluss kannst du bereits Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Materialien und Informationen herstellen.

Schritt 4: Leitfrage beantworten

Jetzt nutzt du deine Ergebnisse aus dem Schritt zuvor, um die Leitfrage zu beantworten und deine Raumanalyse zu schreiben. 

Dafür musst du zunächst die besonderen Merkmale und Strukturen deines geographischen Raumes beschreiben. Dafür solltest du die Beschreibung der Geofaktoren und die Beantwortung der Leitfrage übersichtlich strukturieren.

Besonders wichtig ist dabei, dass dein Text einen roten Faden aufweist. Tools, die dir dabei helfen können sind zum Beispiel eine MindMap, durch die du deine Gedanken und Ergebnisse strukturieren kannst. 

Übrigens: Es ist wichtig, dass du mögliche Widersprüche in deinen Materialien im Vorfeld klärst. Ansonsten ist eine eindeutige Beantwortung der Leitfrage nicht möglich.

Schritt 5: Zusammenhänge der Ergebnisse darstellen  

Im fünften Schritt zeigst du die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Einzelfaktoren. Außerdem gehst du auf die Stellung der Einzelfaktoren und deren Bedeutung im Gesamtgefüge des geographischen Raums ein. Dafür kannst du auch grafische Hilfsmittel wie Fotos, Grafiken, Diagramme und Karten benutzen, um deine Ergebnisse anschaulicher zu gestalten.

In dem Schritt werden die Ergebnisse mit der Leitfrage abgeglichen und gegebenenfalls ergänzt. Durch das Erstellen einer Kausalkette kannst du das Gesamtverständnis für den Raum noch einmal optimieren und anschaulicher gestalten. 

Übrigens: Eine Kausalkette beschreibt eine Reihe von Ursachen und der entsprechenden Wirkung. Die ausgelöste Wirkung wird zur Ursache für einen neuen Sachverhalt und so weiter.

Beispielsweise schmilzt das Eis in der Antarktis aufgrund der erhöhten Temperatur. Die hohe Temperatur ist mit dem Klimawandel zu erklären, der wiederum von anderen Faktoren abhängt.

Schritt 6: Reflexion deiner Raumanalyse  

Die Reflexion der Ergebnisse stellt den letzten Schritt für eine Raumanalyse dar.

Dabei hinterfragst du deine herausgearbeiteten Ergebnisse kritisch. Du fängst erstmal damit an, deine verwendeten Materialien und Quellen zu überprüfen. Wenn dir Fehler auffallen oder du bemerkst, dass eine Quelle nicht glaubwürdig ist, solltest du deine Raumanalyse dringend überarbeiten. 

Danach prüfst du nochmal deinen Inhalt. Wenn dir inhaltliche Lücken auffallen, musst du diese ausbessern. Dafür kannst du sowohl alte als auch neue Quellen nutzen. Außerdem kannst du Ergebnisse mit folgenden Fragen noch einmal abschließend prüfen: 

  • Ist die Leitfrage ausreichend und verständlich beantwortet? 
  • Habe ich den Raum korrekt abgegrenzt? 
  • Kann ich durch meine Ergebnisse Schlüsse auf andere geographische Räume ziehen? 

Wenn dir keine Mängel mehr auffallen, ist deine Raumanalyse abgeschlossen!

Geofaktoren

Jetzt bist du bereit, deine eigene Raumanalyse zu verfassen! In deine Analyse musst du natürlich auch die wichtigsten Geofaktoren einbeziehen. Alles zu diesem Thema erfährst du hier in unserem Beitrag.

Zum Video: Geofaktoren
Zum Video: Geofaktoren

Raumanalyse — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Woran erkennt man den Unterschied zwischen Beschreibung und Analyse in einer Raumanalyse?
    Den Unterschied zwischen Beschreibung und Analyse in einer Raumanalyse erkennt man daran, dass die Beschreibung Merkmale eines Raums nennt, während die Analyse erklärt, wie diese Merkmale zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Beschreibend ist zum Beispiel: Es gibt viel Wald. Analytisch ist: Das Klima begünstigt bestimmte Baumarten.
  • Wie findet man passende Teilfragen zu einer groben Leitfrage?
    Passende Teilfragen zu einer groben Leitfrage findet man, indem man die Leitfrage in wenige Unterpunkte zerlegt, die man einzeln beantworten kann und die zusammen zur Hauptantwort führen. Man fragt dafür: Welche Raum-Merkmale sind dafür relevant und welche Nutzung hängt damit zusammen? Beispiel: Leitfrage Ernährung in Tansania → Teilfrage landwirtschaftliches Potenzial.
  • Wie formuliert man eine Kausalkette, die zur Leitfrage passt?
    Eine Kausalkette formuliert man, indem man Ursachen und Wirkungen als kurze Schritte hintereinander schreibt und jeden Schritt so auswählt, dass er die Leitfrage näher beantwortet. Man beginnt mit einer Ursache im Raum und endet bei der Wirkung, die für die Leitfrage wichtig ist. Beispiel: höhere Temperatur → Eisschmelze → Folgen für den Raum.
  • Wie lang sollte eine Raumanalyse im Erdkundeunterricht sein?
    Die Länge einer Raumanalyse im Erdkundeunterricht hängt vor allem von der Aufgabenstellung, den Materialien und der geforderten Tiefe ab. Ohne genaue Vorgabe orientiert man sich daran, dass alle Schritte verständlich ausgearbeitet sind und die Leitfrage klar beantwortet wird. In Klasse 8–9 ist das oft ungefähr eine bis zwei Seiten Fließtext.

Räume verstehen

Die Raumanalyse gehört zum Themenfeld Räume und zeigt, wie geographische Räume aufgebaut sind. Wer sich mit Räumen beschäftigt, untersucht Natur, Menschen und ihre Nutzung in verschiedenen Gebieten. So wird klar, wie Lage, Klima, Bevölkerung und Infrastruktur zusammenhängen. Im Erdkundebereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.

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